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Jan
20
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Im Kino verpasst, habe ich mir die Wartezeit auf das DVD-Release unabsichtlich mit dem “Original” zum Film verkürzt. Unabsichtlich, weil ich einfach eine DVD mit (etwas ähnlichem wie) “Inglourious Basterds” und einem dicken Tarantino-Schriftzug gekauft habe. War dann nur die clevere Vermarktung für einen B-Movie aus den Siebzigern, aber gar nicht schlimm. Vom Film selbst ist nicht viel Hängengeblieben, Militärgefangene reißen aus und werden für eine Spezialeinheit gehalten, alles klappt eher schlecht als recht und am Ende gibts ein künstlich wirkendes Teil-Happy-Ending. Die Charaktere sind sehr typenhaft überzeichnet, fast schon wie Karikaturen. Und das spannt den Bogen zum (nicht wirklich)-Remake von Herrn T., da wurde noch weniger an Überzeichnungen gespart. Und obwohl er ein bislang einzigartiges Setting für einen Tarantinofilm hat, ist “Inglourious Basterds” trotzdem typisch. Der Film wird nicht von der Handlung zusammengehalten, es ist eine Anreihung von großen Szenen. Und eigentlich gibt es nur zweieinhalb Stunden eigentlich belanglose Dialoge, die aber nach kurzem Nachdenken alles andere als belanglos sind. Dabei gibt es eine fast gleichmäßige Aufteilungen des Textes in Englisch, Deutsch und Französisch.
Zurück zur Überzeichnung: Um Quatsch wie historische Genauigkeit oder Realismus muss sich Quentin Tarantino glücklicherweise gar nicht kümmern – so gibt es nach zuletzt vielen ernsthaften Versuchen, den “Menschen Hitler” darzustellen endlich wieder einen Karikaturhitler, der lächerlich und einfältig ist. Brad Pitt dafür glänzt mit dem aufgesetztestem Südstaatenakzent aller Zeiten, besonderes Highlight sind die Versuche, Italienisch zu sprechen. Und natürlich nichts zu diesem Film ohne lobende Erwähnung von Christoph Waltz: Mit Abstand der dominierendste Darsteller im Film.
Der Film zeigt nicht nur, dass das Kino die bessere Realität ist, sondern auch, dass das Kino das dritte Reich besiegt hat – was für eine Liebeserklärung.
Mein Fazit: “Inglorious Bastards” kann man sich sparen, “Inglourious Basterds” ist trotz seiner Längen und Handlungsdefizite ein Muss.
P.S. Ich weiß nicht, ob es noch jemanden so gegangen ist: Bei Eli Roth’ “Fuck a duck!”-Ausruf hatte ich den schlimmsten Lachanfall seit langem bei einem Film.
Januar 20th, 2010 at 13:27
Schöner Bericht
Ist der Film eigentlich ab 18? Nicht, dass ich wieder die schlecht geschnittene 16er kaufe …
Januar 20th, 2010 at 14:34
Die Tarantino-Variante ist lt. FSK als 16 eingestuft wurden: http://docs.google.com/viewer?url=http://www.spio.de/fskonline/PDF/0908/119068K.pdf
Das “Original” aus dem 70ern ist ab 18…
Januar 22nd, 2010 at 06:32
Danke für die Info … ich hab ihn inzwischen gekauft und auch schon den Anfang gesehen … wie dieser Film ab 16 freigegeben werden konnte, entzieht sich jeder Logik … ein Hoch auf die Jugendwächter, bei solchen Entscheidungen wundert mich echt gar nix mehr
Januar 26th, 2010 at 09:46
So … hab ihn gesehen und will kurz meine Meinung kundtun
Film ist in Ordnung … nicht mehr und nicht weniger. Ich muss sagen, dass ich vor allem von den deutschen Darstellern sehr positiv überrascht bin, zumal durchaus Prominenz anwesend war.
Der Film selbst beginnt in meinen Augen sehr vielversprechend, flacht dann leider etwas ab und bietet so gut wie keine Überraschungsmomente. Auch sterben mir so einige Charaktere etwas zu … hmm … wie soll ich sagen … unkommentiert? Was ich damit meine, ist dass teilweise viel Mühe darauf verwandt wurde, die Charaktere vorzustellen und diese binnen 30 Sekunden einfach dahinscheiden und überhaupt keine Rolle mehr spielen. Da hätte man wohl storytechnisch mehr draus machen können.
Das Splatterbad am Ende hätte man sich sicher etwas sparen können … aber hey … es ist halt ein Terantino
Insgesamt bin ich froh, dass ich ihn nicht im Kino gesehen habe … ich hätte mich wohl geärgert. Als DVD reicht er mir voll und ganz.