Der karmische Koala und ich

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Bei Betriebssystemen bin ich nun wirklich kein early adopter. Ich warte immer brav bis zum Releasedatum, warte dann, bis der Downloadsturm vorbei ist, dann wechsel ich.

auaLetzten Donnerstag kam Ubuntu 9.10 Karmic Koala heraus und am Wochenende hab ich es mir geschnappt. Da ich bei der Gelegenheit gleich von ext3 zu ext4 wechseln wollte, machte ich eine Neuinstallation statt eines Updates. Der Download ging erwartungsgemäß sehr flink, ich denke, die meisten sind eh schon seit der alpha auf karmic. Überraschen schnell ging auch die Installation: Gerade mal 13 Minuten (ja, ich habe gestoppt) vergingen vom Doppelklick auf „Installieren“ bis zum Desktop nach dem reboot. Und dieser Desktop kam augenfeindlich freundlich daher, jede Menge positives Orange strahlte mir entgegen. Also waren meine ersten Einstellungen von kosmetischer Natur: Dust-Theme auswählen, einen pessimistischeres Wallpaper einstellen. Dabei ist mir aufgefallen, das jetzt schon vom Start an jede Menge Themes und Wallpaper vorhanden sind, so ganz ohne Installation von irgendwelchen Community-Paketen.

AahVor der nächsten Aktion hatte ich ein bisschen Angst: Gafiktreiber besorgen. Die Kombination von ATI-Karte und zwei Bildschirmen sorgte in der Vergangenheit immer dafür, dass nach dem dritten Versuch, 3D-Beschleunigung zu bekommen, der X-Server gar nicht mehr ging. Aber diesmal war es fast gespenstisch einfach: Ich habe den Treiber von der ATI-Homepage geladen, installiert, im Catalyst Control Center meine Einstellungen gemacht – und fertig! Natürlich lagen einige reboots dazwischen, aber dennoch hat es gut geklappt. Leider muss man sich noch immer zwischen 3D-Beschleunigung und „Fenster zwischen den Bildschirmen hin- und herschieben können“ entscheiden, aber das find ich nicht so schlimm.

Zum Installieren zusätzlicher Anwendungen habe ich mal das neue Software Center statt der gewohnten Konsole benutzt, um es auszuprobieren. Es wirkt wesentlich performanter als die übliche Synaptic-Paketverwaltung und scheint auch einsteigerfreundlicher zu sein. Es gibt viel mehr Beschreibungstexte zu den einzelnen Paketen. Insgesamt wirkt es wie die Vorstufe zu einem Appstore. Für mich wird auch zukünftig die Konsole der komfortabelste Weg zu neuen Paketen sein.

software-center

Sonst kann ich keine großen Änderungen zum Vorgängerubuntu feststellen. Alles wirkt ein bisschen sauberer und solider, aber große Revolution hab ich noch nicht gefunden. Apropos gefunden: Ich habe ewig nach der /boot/grub/menu.lst gesucht, bis ich dann feststellte, dass Grub2 diese Datei nicht mehr verwendet: Fies!

Mein Fazit: Der Koala macht nicht viel neues, dafür vieles besser als die Jackalope. Für ein halbes Jahr werden wir wohl gute Freunde werden…
Bei meinem Netbook warte ich noch mit dem Update, bis eee-control für karmic (hoffentlich noch) erscheint. Ich bestehe nämlich darauf, alle Buttons am Gerät komfortabel belegen zu können.

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