10 Jahre 10 Alben

10 jahre 10 alben

Und schon wieder ist ein Jahrzehnt vorbei. Ich habe auch in den letzten 10 Jahren reichlich Geld in die weinende, stets überlebensbedrohte Musikindustrie investiert. Das hat sich mal mehr, mal weniger gelohnt. Hier nun zehn Alben aus dem ablaufenden Jahrzehnt, die mir besonders im Gedächtnis geblieben sind:

At The Drive-In – Relationship Of Command (2000)

Die letzt richtige Veröffentlichung von At The Drive-In war auch die erfolgreichste. Zwar haben mir die Vorgängeralben besser gefallen, aber das waren ja noch die Neunziger.

Mit den Nachfolgenden Bands der Mitglieder, The Mars Volta und Sparta, wurde ich nie richtig warm. Mars Volta wirkte am Anfang noch ganz hoffnungsvoll, von Album zu Album nahm meine Zuneigung dann aber ab. So bleibt Relationship Of Command als letzte Äußerung einer meiner Lieblingsbands der Neunziger in dieser Liste.

System Of A Down – Toxicity (2001)

Das Album fand ich damals richtig gut. Witziger Gitarrenkram, der gerade noch MTV-kompatibel ist. Für die jüngeren Leser: MTV war damals ein Musiksender. Bis auf das nerviger Aerials ein Album aus einem Guss, bei dem ich besonders den hyperaktiven „Gesang“ von Serj Tankian mag. Leider beschlossen SOAD spätestens bei den *ize-Alben, dass Herr Tankian nicht mehr so viel singen soll und sie stattdessen in schlimme Metal-Balladen machen. Aber 2001 stimmte die Welt bei den freundlichen Armenoamerikanern noch.

Desaparecidos – Read Music / Speak Spanish (2002)

So sehr ich Conor Obersts Lebenslauf bewundere – Als Teenager ein Label in Omaha, Nebraska gründen, und dann auch noch Erfolg damit haben! – mit seiner Musik, sei es unter eigenem Namen oder als Bright Eyes konnte ich nie richtig was anfangen. Das er auch ganz anders als folkig kann, hört man beim einzigen Album der Desaparecidos – Heulestimme meets Emo/Punk. Für mich ist das eine sehr gute Mischung, sobald man sich an den merkwürdigen Gesang gewohnt hat. Leider beendeten die Desaparecidos bald ihre Existenz, und Herr Oberst singt seit dem wieder passend zum Klang akkustischer Gitarren. Schade.

White Stripes – White Blood Cells (2002)

Ach die White Stripes. Ich habe mich ja hier schon als Fan geoutet, deswegen muss natürlich auch ein Album auf diese Liste. White Blood Cells ist für mich das schönste Stripes-Album, nicht mehr so garagig wie davor und noch nicht so ein Hype wie alles ab Elephant. Die Songs klingen ein wenig nach ausgeklügelten Kinderliedern und man hört noch deutlich, dass es nur zwei Personen sind, die da Musik machen.

Good Clean Fun – Between Christian Rock And A Hard Place (2006)

Ich glaube, so recht mochte nie jemand GCF. Für die Straight Edge-Gemeinde sind sie nicht ernsthaft genug, für den „normalen“ Hardcorefan geht es nicht, weil sie halt Straight Edge sind. Für mich passt es aber perfekt. Sehr schön finde ich auch, dass Good Clean Fun ihr Comeback schon angekündigt haben, bevor sie sich überhaupt aufgelöst haben. Beim 2006er Release wird sich geplegt über Emos, Goths und Myspacenutzer lustig gemacht – da bin ich gern dabei.

The Thermals – The Body, The Blood, The Machine (2006)

So viel Krach von gerade mal drei Leuten. Die Thermals spielten damals noch schrammelige Garagenmusik, das Album dreht sich konzeptig um das Thema Gott im allgemeinen und Christentum im speziellen. Bei mir hat das Album schon mit dem ersten Track „Here’s Your Future“ gewonnen, und obwohl es musikalisch wenig abwechslungsreich ist, kann ich es immer und immer wieder hören.

Tom Waits – Orphans (2006)

Herr Waits ist das beste Beispiel für die Auswirkungen von Alkohol und Tabak auf die Stimme. Während er in den Siebzigern noch glockenhellem Gesang aufwartete, bewegte er sich 2006 schon lange nur noch zwischen schleifenden und gurgelnden Geräuschen. Und das auf vollen drei CDs, die mit süßlichen Liebesliedern, krummen Toncollagen und ein wenig spoken word vollgepackt sind. So unternimmt man eine dreistündige Reise in die poetisch bis verrückte Gedankenwelt von Tom Waits.

Wolfgang Parker – Room Nineteen (2007)

So komisch unpassend wie der Name des Sängers ist auch seine Musik: Swing meets Punk meets Jazz meets Schmalz meets early Rock’n’Roll. Eine wunderbare Mischung, schwungvolle Musik zum „Nebenbeihören“. Ein Track heißt „Whisper Something German In My Ear“ – wer denkt sich denn sowas aus?

Pony Up! – Make Love To The Judges With Your Eyes (2007)

Das perfekte Sommerpopalbum. Naive Songs mit immer etwas krummen Gesang, die von einer kanadischen Girlband kommen. Das vorhergehende Album klang noch etwas unterproduziert, bei MLTTJWYE ist alles zu kompakten Popsongs geschliffen. Besonders das super-eingängige „The Truth About Cats And Dogs (Is That They Die)“ klingt nach der Musik, die über den Sommer im Radio laufen sollte.

The Kills – Midnight Boom (2008)

Im letzten Winter hatte ich eigentlich 120 GB zuviel Platz auf meinem Ipod, es lief eh‘ immer Midnight Boom. Die beiden vorherigen Veröffentlichungen der Kills fand ich zwar gut, aber sie rissen mich nicht wirklich vom Hocker. Ganz anders die Variante aus 2008 – für mich eine stimmige Mischung zwischen minimalistisch und gut hörbar. Bin sehr gespannt, ob es ein nächstes Album geben wird – und wenn ja – wie es klingt.

Ich bin überzeugt, dass ich etliche Alben vergessen habe, zehn Jahre sind ja auch eine lange Zeit. Komischerweise fallen mir wesentlich mehr Alben aus den Neunzigern ein, als aus diesem Jahrzehnt. Ich befürchte, daran merkt man, dass man alt wird…

Und schon wieder ist ein Jahrzehnt vorbei. Ich habe auch in den letzten 10 Jahren reichlich Geld in die weinende, stets überlebensbedrohte Musikindustrie investiert. Das hat sich mal mehr, mal weniger gelohnt. Hier nun zehn Alben aus dem ablaufenden Jahrzehnt, die mir besonders im Gedächtnis geblieben sind:

At The Drive-In

Relationship Of Command (2000)
Die letzt richtige Veröffentlichung von At The Drive-In war auch die erfolgreichste. Zwar haben mir die Vorgängeralben besser gefallen, aber das waren ja noch die Neunziger.
Mit den Nachfolgenden Bands der Mitglieder, The Mars Volta und Sparta, wurde ich nie richtig warm. Mars Volta wirkte am Anfang noch ganz hoffnungsvoll, von Album zu Album nahm meine Zuneigung dann aber ab. So bleibt Relationship Of Command als letzte Äußerung einer meiner Lieblingsbands der Neunziger in dieser Liste.

System Of A Down
Toxicity (2001)
Das Album fand ich damals richtig gut. Witziger Gitarrenkram, der gerade noch MTV-kompatibel ist. Für die jüngeren Leser: MTV war damals ein Musiksender. Bis auf das nerviger Aerials ein Album aus einem Guss, bei dem ich besonders den hyperaktiven „Gesang“ von Serj Tankian mag. Leider beschlossen SOAD spätestens bei den *ize-Alben, dass Herr Tankian nicht mehr so viel singen soll und sie stattdessen in schlimme Metal-Balladen machen. Aber 2001 stimmte die Welt bei den freundlichen Armenoamerikanern noch.
Desaparecidos
Read Music / Speak Spanish (2002)
So sehr ich Conor Obersts Lebenslauf bewundere – Als Teenager ein Label in Omaha, Nebraska gründen, und dann auch noch Erfolg damit haben! – mit seiner Musik, sei es unter eigenem Namen oder als Bright Eyes konnte ich nie richtig was anfangen. Das er auch ganz anders als folkig kann, hört man beim einzigen Album der Desaparecidos – Heulestimme meets Emo/Punk. Für mich ist das eine sehr gute Mischung, sobald man sich an den merkwürdigen Gesang gewohnt hat. Leider beendeten die Desaparecidos bald ihre Existenz, und Herr Oberst singt seit dem wieder passend zum Klang akkustischer Gitarren. Schade.

White Stripes
White Blood Cells (2002)
Ach die White Stripes. Ich habe mich ja hier schon als Fan geoutet, deswegen muss natürlich auch ein Album auf diese Liste. White Blood Cells ist für mich das schönste Stripes-Album, nicht mehr so garagig wie davor und noch nicht so ein Hype wie alles ab Elephant. Die Songs klingen ein wenig nach ausgeklügelten Kinderliedern und man hört noch deutlich, dass es nur zwei Personen sind, die da Musik machen.
Good Clean Fun

Between Christian Rock And A Hard Place (2006)
Ich glaube, so recht mochte nie jemand GCF. Für die Straight Edge-Gemeinde sind sie nicht ernsthaft genug, für den „normalen“ Hardcorefan geht es nicht, weil sie halt Straight Edge sind. Für mich passt es aber perfekt. Sehr schön finde ich auch, dass Good Clean Fun ihr Comeback schon angekündigt haben, bevor sie sich überhaupt aufgelöst haben. Beim 2006er Release wird sich geplegt über Emos, Goths und Myspacenutzer lustig gemacht – da bin ich gern dabei.

The Thermals
The Body, The Blood, The Machine (2006)
So viel Krach von gerade mal drei Leuten. Die Thermals spielten damals noch schrammelige Garagenmusik, das Album dreht sich konzeptig um das Thema Gott im allgemeinen und Christentum im speziellen. Bei mir hat das Album schon mit dem ersten Track „Here’s Your Future“ gewonnen, und obwohl es musikalisch wenig abwechslungsreich ist, kann ich es immer und immer wieder hören.

Tom Waits
Orphans (2006)
Herr Waits ist das beste Beispiel für die Auswirkungen von Alkohol und Tabak auf die Stimme. Während er in den Siebzigern noch glockenhellem Gesang aufwartete, bewegte er sich 2006 schon lange nur noch zwischen schleifenden und gurgelnden Geräuschen. Und das auf vollen drei CDs, die mit süßlichen Liebesliedern, krummen Toncollagen und ein wenig spoken word vollgepackt sind. So unternimmt man eine dreistündige Reise in die poetisch bis verrückte Gedankenwelt von Tom Waits.

Wolfgang Parker
Room Nineteen (2007)
So komisch unpassend wie der Name des Sängers ist auch seine Musik: Swing meets Punk meets Jazz meets Schmalz meets early Rock’n’Roll. Eine wunderbare Mischung, schwungvolle Musik zum „Nebenbeihören“. Ein Track heißt „Whisper Something German In My Ear“ – wer denkt sich denn sowas aus?

Pony Up!
Make Love To The Judges With Your Eyes (2007)
Das perfekte Sommerpopalbum. Naive Songs mit immer etwas krummen Gesang, die von einer kanadischen Girlband kommen. Das vorhergehende Album klang noch etwas unterproduziert, bei MLTTJWYE ist alles zu kompakten Popsongs geschliffen. Besonders das super-eingängige „The Truth About Cats And Dogs (Is That They Die)“ klingt nach der Musik, die über den Sommer im Radio laufen sollte.

The Kills
Midnight Boom (2008)
Im letzten Winter hatte ich eigentlich 120 GB zuviel Platz auf meinem Ipod, es lief eh‘ immer Midnight Boom. Die beiden vorherigen Veröffentlichungen der Kills fand ich zwar gut, aber sie rissen mich nicht wirklich vom Hocker. Ganz anders die Variante aus 2008 – für mich eine stimmige Mischung zwischen minimalistisch und gut hörbar. Bin sehr gespannt, ob es ein nächstes Album geben wird – und wenn ja – wie es klingt.
Ich bin überzeugt, dass ich etliche Alben vergessen habe, zehn Jahre sind ja auch eine lange Zeit. Komischerweise fallen mir wesentlich mehr Alben aus den Neunzigern ein, als aus diesem Jahrzehnt. Ich befürchte, daran merkt man, dass man alt wird…

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1 Gedanke zu “10 Jahre 10 Alben

  1. oh je oh je nd ich dachte, ich bin nich ungebildet, aber ich kenne grad mal vier bands und die anderen hab ich noch nienie gehört!
    ich bitte um bereitstellung repräsentativer hörproben, von dregd hab ich mir schließlich das letzte album besorgt, weils mir gefallen hat 🙂

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