10 Jahre 10 Bücher

10 Jahre 10 Bücher

In den letzten zehn Jahren habe ich das eine oder andere Buch gelesen. Beim Zusammenbasteln dieser Liste ist mir aufgefallen, dass ich einen ziemlich eintönigen Geschmack habe: Romane von englischen oder amerikanischen Autoren mit surrealer Handlung scheinen meine Sache zu sein.
Durch meine andere Vorliebe für Paperback-Bücher vom Wühltisch hänge ich außerdem immer fünf bis zehn Jahre bei den Veröffentlichungen zurück – daher ist das neueste Buch dieser Liste schon 2006 erschienen. Mit dem angegebenen Jahr ist die Veröffentlichung in deutsch gemeint.

Will Self – Die schöne Welt der Affen, 2000 (Great Apes)

Sehr nette Grundgeschichte: Ein Künstler erwacht nach übermäßigem Drogenkonsum als Affe – in einer Welt voller Affen. Das Buch zieht sich nach einem interessanten Start ziemlich in die Länge, blieb mir aber trotzdem im Gedächtnis haften.

Stephen Fry – Der Sterne Tennisbälle, 2001 (The Stars‘ Tennis Balls)

Nach der dem Tötet-Hitler-per-Zeitreise-Buch „Geschichte machen“ veröffentliche Stephen Fry eine – intensiv vom Graf von Monte Christo inspirierte – Geschichte, die ihren Haupt-Drive aus primitiven Rachegelüsten zieht. Mehr brauch ich gar nicht, es macht Spaß, das Buch zu lesen.

C.D. Payne – Tauben, die den Mambo tanzen, 2001 (Frisco Mambo Pigeons)

Das Buch hab ich mal für einen Euro auf einem Wühltisch gesehen und einfach mitgenommen. Mein Glück! Die Geschichte des Romans ist leicht erzählt: Rauchende, trinkende Labortauben brechen aus. Und das ist sehr unterhaltsam.

Chuck Palahniuk – Der Simulant, 2002 (Choke)

Man sollte natürlich jedes Buch von Chuck Palahniuk lesen, wenn man englisch versteht und einen starken Magen hat, natürlich auch seine Kurzgeschichte „Guts„. Aber unter allen Veröffentlichungen ist mir „Choke“ die liebste – hängt für mich mich auch Fight Club ab.

Tom Robbins – Völker dieser Welt, relaxt!, 2002 (Fierce Invalids Home From Hot Climates)

Zunächst verdient das Buch den Preis für die blödeste deutsche Betitelung. Wer hat sich das denn ausgedacht?

Der Roman wird von den richtigen Robbins-Fans immer kräftig verrissen, früher wäre er besser gewesen, und so weiter. Dem kann ich mich nicht anschließen, während ich die alten hippiesken Bücher nicht leiden kann, erklimmt „FIHFHC“ vei mir den zweiten Platz der Tom-Robbins-Charts hinter dem genialen „Skinny Legs And All“.

Bruce Robinson – Die merkwürdigen Erinnerungen des Thomas Penman, 2002 (The peculiar memories of Thomas Penman)

Diese Erinnerungen sind nun wirklich merkwürdig. Sehr eklig, sehr sonderbar, dennoch übte das Buch eine gewissen hypnotische Anziehungskraft auf mich aus. Es braucht aber auch ein wenig Eingewöhnungszeit, um sich an die teilweise rohe Sprache zu gewöhnen.

David Foster Wallace – Schrecklich amüsant – aber in Zukunft ohne mich, 2002 (Shipping Out – A Supposedly Fun Thing I’ll Never Do Again)

Herr Wallace (oder ist es Herr Foster Wallace?) schreibt für gewöhnlich sehr schwierige Bücher, die viel Zeit erfordern. Ganz anders diese Kreuzfahrtbeschreibung im Prospektformat – das liest man in der Wartezeit auf die Straßenbahn locker durch. Danach fühlt man sich gut unterhalten und hasst Kreuzfahrten.

Nick McDonell – Zwölf, 2003 (Twelve)

„Zwölf“ ist ein frecher Ripoff der frühen Bücher von Bret Easton Ellis. Sowohl thematisch, als auch stilistisch. Man merkt deutlich, dass der Autor beim schreiben noch in den letzten Zügen der Pubertät feststeckte. Aber dafür ist das kurze Buch auch ähnlich unterhaltsam und kurzweilig. Nick McDonells Erstling war – für mich irritierenderweise – ein absoluter Liebling der Feuilletons.

Bret Easton Ellis – Lunar Park, 2005

Das kam überraschend! Nachdem Ellis mit „Glamorama“ das bewährte „American Psycho“ – Prinzip nur ein wenig ausgebaut hat, passt „Lunar Park“ gar nicht zum Schema. Viel eher erinnert es an ein Stephen King-Buch, nur in gut.

Max Barry – Chefsache, 2006 (Company)

Das Vorgängerbuch „Jennifer Government“ war natürlich besser, aber da es mir spätestens seit der geplanten Verfilmung zu hypig geworden ist, picke ich ein anderes Max Barry-Buch heraus. Dieses handelt davon, dass eine Firma als großes Versuchslabor für Personalmanagementmethoden genutzt wird. Das wirkt teilweise so nachvollziehbar, dass ich mir seit dem Lesen auf Arbeit oft beobachtet vorkomme…

Jetzt hoffe ich einfach mal, dass der Horst seine Buchentdeckungen auch ansagt, damit es ein wenig abwechslungsreicher für die Leser wird.

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1 Gedanke zu “10 Jahre 10 Bücher

  1. so, sehr schön, glaube buchmäßig sind wir uns näher als bei der musik, hab mal im üblichen kaufrausch mir ein paar gebraucht bestellt bei amazon, werde berichten… 🙂

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