Nancys Madrid Tagebuch Tag 2

Madrid – Tag 2 – Entspannung

Man mag es kaum glauben, aber ja – heute war ein toller Tag. Die Nacht ging relativ ruhig über die Bühne. Vielleicht lags am Bierkonsum, der narkotisierende Wirkung hatte, oder die Leutz haben unsere ich-hau-euch-auf-den-Kopf-bis-ihr-auseinanderfallt-wenn-ihr-nicht-leiser-seid-Visionen gespürt und sich ein wenig zusammengerissen. Also hieß es nach dem Ausschlafen ab in die Großstadt! Die Sonne brannte heiß, aber die Frisies saßen.. ..auch ohne 3-Wetter-Taft. Natürlich machte mein Akku vom Fotoapparat gleich am Startbahnhof schlapp. Doofes Ding! Also musste Lampes Handy den ganzen Tag herhalten. Man, was hat der sich gefreut.. 🙂 Zuerst durchquerten wir bummelnderweise ewig die Altstadt mit all ihren kleinen Gassen, Altbauten in jeglicher Form, Farbe und Größe, den unzähligen Geschäften mit teilweise sehr interessantem Verkaufsinhalt, den kleinen Cafes und Selbstdarstellern. Die Innenstadt ist echt toll! Und so entspannend! Man glaubt es kaum, aber hier hetzt echt niemand. Sondern man schlendert hier in aller Ruhe mit 0,75 kmh über die Straßen. Auch den ein oder anderen Laden musste Lampe über sich ergehen lassen, aber meine Einkaufstüte blieb leer. Diskriminierung! Die haben die tollen Sachen nur in Größe S. Ich spüre ein Bündnis mit den Thais, die haben mir ihre Klamotten aus dem gleichen Grund verweigert..

Anschließend sind wir eine der empfohlenen Stadtrouten nach gelaufen und haben die ein oder andere Sehenswürdigkeit mitgenommen und eingepackt. Wer uns und unsere angeborene Straßenkenntnis-Intuition kennt, weiß, dass wir hier natürlich nicht den kürzesten Weg nahmen sondern auch gleich noch alle umstehenden Stadtteile mit inspizierten. Natürlich wurde auch der königliche Palast begutachtet. Philippe und Letizia waren grad nicht da (sind grad wieder zu ner Diätkur gestartet), haben uns aber die Schlüssel hinterlassen, so dass wir mal nen Blick werfen konnten. Die leben recht altmodisch eingerichtet.. 🙂 Natürlich durfte auch das Spannen nicht zu kurz kommen. Als wir an der Kirche San Miguel vorbei kamen und einen ganzen Haufen sehr elegant gekleideter Menschen sahen, was haben wir wohl gemacht? Richtig, einfach vor die Kirche gesetzt und geglotzt bis endlich die Braut kam.

Nach vielen Stunden watscheln fielen wir gg. acht in ein Straßencafe und ich wollte endlich ne spanische Paella probieren. Nun ja, mit dem Essen haben wir es echt nicht so. Es sei denn es ist gewollt, dass rohe Nudeln die Schüssel abrunden. Jens fühlte sich auch gleich diskriminiert, weil die Bedienungstrulla uns keine Tapas in Form der Chipsschüssel hinstellte, wie das hier ja so üblich ist. Und überhaupt – mal noch ne Beschwerde in eigener Sache. Wir Deutschen sind ja auch nicht grad für Freundlichkeit verschrien, aber die Spanier toppen uns ja um Längen! Da geb ich mir unheimlich Mühe, lerne kleine Vokabeln und versuche mit meinem schönsten Sonntagslächeln (und das ist weiß Gott nicht einfach zu zaubern) eine ähnliche Reaktion beim Gegenüber hervorzurufen, aber Pustekuchen. Mit Englisch kommt man hier in der Großstadt auch nicht weit. Wenn man das versucht, glotzen sie gleich wie ein Auto. Aber ein altersschwaches Matchbox..

Egal, ansonsten können wir nur bestätigen, was in den Reiseführern steht: sobald es dunkel wird, kriechen die Spanier aus ihren Löchern und übervölkern die Straßen, so dass man teilweise nur noch unter Ellenbogeneinsatz voran kommt. Versteht sich von selbst, dass auch die Straßenhändler ihre Tücher zu Dutzenden ausbreiten und versuchen die Rolex und Louis Vuittons an den Mann/die Frau zu bringen. Alles echt versteht sich!

Selbst in unserem kleinen Pampadorf waren die Straßen gefüllt mit Leuten. Wo kommen denn die alle plötzlich her?? Hab keine Reisebusse stehen sehen, mit denen sie eingeführt wurden…

Ansonsten ein Hoch auf die Bahn bzw. den Zugverkehr. Der ist auch nicht so ganz nachvollziehbar (aber fährt wenigstens bei allen Temperaturen..). Da gibt es zwar nur eine Linie, aber die fährt plötzlich nur bis zu einer bestimmten Station. Keiner weiß warum. Also, neues Gleis suchen wo ein neuer Zug beginnen müsste. Aber plötzlich kommt der und ist schon voll. Wo kommen denn auf einmal die Leutz her?? War jedenfalls sehr unterhaltsam unsere Nachtfahrt. Den ersten Platz für Dummbatzis geht an eine Gruppe pupertierender Spanier, die es ganz toll fanden, sich mit viel Liebe und noch mehr Kraft Schwimm-Nudeln überzuziehen. Umso lauter der Knall umso mehr wurde gejubelt. Damit das Ganze aber nicht unrhythmisch ablief, wurde das Handy gaaanz laut gestellt. Sollte ja auch jeder in der Bahn was von haben, von der guten Technomucke der 90er…

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3 Gedanken zu “Nancys Madrid Tagebuch Tag 2

  1. Und jensi hat dann wenigstens mit getanzt? Erstens genau seine generation und zweitens habe ich da so nen interessanten Spruch kennengelernt –> „Mittanzen nicht Distanzen“.

    Zum Thema essen muss ick wohl wieder dat nächste mal mit ins jepäck damit wenigstens einmal richtiget essen uf den Tisch jibt.

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