London Tag 3 Teil 2

So noch schnell den letzten Schluck und dann ab zum Sitzplatz (Infomodus: Alle Stadion in den englischen Profiligen sind „All seaters“ also ausschließlich mit Sitzplätzen ausgestattet. Das ermöglicht den Vereinen, die Preise anzuheben und damit die Krawallfans elegant aus dem Stadion zu drängen. Das war eine der Konsequenzen aus den zahlreichen Hooliganübergriffen Ende der 80er). Erste Vermutung, wir ham n Platz im Familienblock. Neben mir 3 Kiddis mit Papa, vor uns 8 Kiddis mit 2 Vätern (Kindergeburtstag?), neben Nick ne asiatische Reisegruppe, hinter uns pubertierende Franken die sich ärgern, dass sie die von Papa bezahlte Spiegelreflexkamera nicht mitgenommen haben. Sehr komisches Fussballpublikum. Ein Blick in die Runde offenbart, dass ist hier in fast jedem Block so. Jetzt weiß ich auch, warum nur ein Ordner vor dem Block steht und der aussieht wie 85.

Das Spiel beginnt. Aber was machen die denn? Kaum ist der Ball ansatzweise über die Mittellinie werden alle nervös und stehen auf um ein Tor sehen zu wollen. Was meistens damit endet das natürlich nix passiert. Und die ersten „Torres Torres“ Rufe beginnen. Warum eigentlich?? Der Typ hat diese Saison in 34 Spielen 4 Tore geschossen und stand durchschnittlich ne Stunde auf dem Platz. Das sind keine Spitzenwerte für einen Stürmer. Aber egal. Kommen wir zum nächste Chelsea Spieler. Petr Cech. Wat is denn dat für n dünnes Gerippe? Wenn man den so live sieht, mag man bezweifeln, dass der sich im Strafraum durchsetzen kann.

Nach ner Viertelstunde liegt Chelsea mit 2:0 vorne (kein Torres Tor) und die Erkenntnis wächst, Herr Kaspar Schmeichel im Tor von Leicester, hat nicht ganz soviel Talent geerbt von seinem Vater. Halbzeit, Sturzbier weiter gehts. Und nun wirds nervig. 3:0 Torres (ich gebe zu, schönes Tor), das ganze Stadion feiert. Das ganze Stadion?? Nein zwei Eisernen bleiben sitzen und überlegen ob sie noch n Bier an der Expresskasse kriegen. Aus heiterem Himmel das 3:1. Liegt das an der englischen Luft, dass die Torhüter automatisch schlechter werden? dann 4:1 durch… ja ne is klar.Die ganze Zeit „Torres Torres“ als ob die Fans keinen anderen Spieler kennen. 4:2. 5:2 (jetzt macht der auch noch ne Vorlage). Ende. Alles geht brav geordnet aus dem Stadion. Unser Weg führte uns vom Stadion direkt zum „octoberfest“. Deutscher Pub, deutsches Bier, deutsche Bundesliga und deutsche Bardame aus Stuttgart. Hat die mich doch glatt sofort an meinem Akzent als Deutschen ausmachen können? Mist. Ich muss üben. Als wir gegen 20 Uhr den Rückweg zum Hotel antreten, ist kaum noch was zu merken von dem FA Cup Spiel. Und nach diversen Zwischenstops landen wir gegen halb eins im Bett und der Englandurlaub ist schon zu Ende. Schön wars. Wir kommen bestimmt wieder.

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