Fußball-EM: 1. Spieltag

Demnächst ist ja Fussball-EM, und Horst und ich haben einen vollkommen unterschiedlichen Zugang zum Thema Fussball. Während ich den Großteil meines Fussballwissens noch aus der Zeit habe, als ich mir während der Raucherpause nicht schnell genug die Ohren zuhalten konnte, wenn die Leute über Fussball redeten, meint der Horst es ja richtig ernst.

Unser Experiment zur EM: Ich stümpere ein paar Tipps zusammen, Horst geht da sportwissenschaftlich ran, wir schauen mal, was am Ende rauskommt. Wenn Ihr darauf hinweisen wollt, dass wir beide es vollkommen falsch machen, bitte nutzt die Kommentare!

Polen – Griechenland
Hase: Natürlich startet der eine Gastergeber mit einem Sieg. Was wär denn das sonst für eine Veranstaltung? 1:0
Horst: Bei den Polen gab es vor der EM zahlreiche Diskussionen um Spieler wie Eugen Polanski und Sebastian Boenisch die eigentliche alle Jugendnationalmannschaften für Deutschland duchgelaufen sind und jetzt aber für Polen spielen. Speziell die älteren Polen sind der Meinung, auf dem einheimischen Markt gibt es genug gute Spieler. Die Griechen spielen natürlich für ihr armes gebeutelte Land. Die Bilanz und der Heimvorteil  sprechen für Polen 2:0

Russland – Tschechien
Hase: Wunderbares Ostblockduell, das es meines Wissens nach zuletzt 1968 gab. Damals hat ja das Vorgängerteam Russlands gegen das Vorgängerteam Tschechiens gewonnen, dann tipp ich mal, dass es diesmal die Revanche gibt: 1:2
Horst: Das einzige Duell der beiden Nachfolgestaaten ging bei der EURO 96 3:3 aus. Die besten Zeiten der Tschechen scheinen vorbei und auch die 2008 noch erfrischenden Fussball spielende Russen scheinen nicht übermäßig stark. Deswegen bleibts auch diesmal bei einem 2:2

Niederlande – Dänemark
Hase: Niederländer haben die wesentlich niedlichere Sprache, dass sollte für den Sieg locker ausreichen: 2:0
Horst: Die Holländer brennen nach dem Vize-Weltmeistertitel 2010 endlich wieder einen Titel. Aber was ist, wenn Robben ein Elfmeter schießt? Die Dänen leben immer noch von ihrem Spaß-EM-Titel 1992 und haben sich in der Quali u.a. gegen Portugal durchgesetzt. Aber Dänemark ist die Mannschaft mit den meisten EM-Niederlagen: 2:0

Deutschland – Portugal
Hase: Um meinen angenommenen Verlauf der Bild-Schlagzeilen zu erreichen, wird Deutscheland das erste Spiel gewinnen. Das entscheidende Tor schießt dieser eine neue Spieler, der dann sofort das Label “EM-Held” bekommt. 2:1
Horst: Kann (laut vieler Experten) die Schwachstelle der deutschen Mannschaft (die Abwehr) den 46 Tore Frauenschwarm (Herr Ronaldo) aufhalten? Ich sage ja. Eine Überraschungsviererkette wird ihn und seine Kollegen zwar nicht ganz stoppen aber zumindest in Schach halten können. Deswegen: 3:2

Spanien – Italien
Hase: Spaniens plötzlich gewachsenes sportliches Talent kenne ich ja vom Radsport. Aber ich weiß auch, dass meine Mitmenschen italienische Fussballteams zu hassen scheinen. Daher: 0:1, und das Tor war vollkommen unberechtigt.
Horst: Gegen Herrn Torres hab ich ja seit meinem Londontrip echt ne Abneigung. Aber gegen die Italiener von Natur aus. Da die spanischen Stürmer fast alle eher weniger getroffen haben diese Saison und die Italiener ihr Catenaccio wieder ausgepackt haben sagen ich 1:1

Irland – Kroatien
Hase: Das klingt nach dem spannenden Fussballgipfeltreffen. 0:0
Horst:Mmh Herr Hase zeigt verborgene Fussballfachkenntnisse und hat das Spiel gut zusammengefasst. Aber ich sage mal voraus, Herr Trappatoni wird die Überraschung des Turniers (Es gab doch schon mal einen alten Mann der mal bei Bayern Trainer war und danach mit einem Underdog Europameister wurde.) Deswegen ein dreckiges 2:1

Frankreich – England
Hase: Gab es ja so ähnlich schon mal, damals ging es in die ganz lange Verlängerung. Bei der ersten Auflage hatte Frankreich den Überraschungseffekt eines als Mann verkleideten minderjährigen weiblichen Stürmers, bin mir nicht sicher, ob das heute noch geht. Daher: 1:1
Horst:Ribery gegen Lampard gabs doch eben erst. Die Franzosen haben nach der peinlichen WM 2010 und EM 2008 einiges gut zu machen. Aber das schaffen sie noch nicht gegen die Engländer, weil die wollen ja erst gegen die Deutschen rausfliegen. Deswegen 1:3

Ukraine – Schweden
Hase: Für mehr Dramatik bei den Doppelgastgebern verpatzt die Ukraine ihr Eröffnungsspiel. Sehr sehr tragisch. 0:2
Horst: Schweden hat sich als bester 2.Platzierter für die EM qualifiziert. Die Ukraine hatte in den letzten Jahren nur Freundschaftsspiele, bei denen das beste Ergebnis ein 3:3 gegen eine mäßig motivierte DFB-Elf war. Daher schließe ich mich dem Hasen an 0:2

Anmerkung von Horst: Interessante Herangehensweise Herr Hase und erstaunlich nah an der Wahrheit dran. Ich bin auf die weiteren Spiele und Assoziationen gespannt.

LntU Challenge 2 (Herkunft der Touristen)

Zwischendurch ein Lebenszeichen von der Hochzeitsreisensuche. Eine schnelle Challenge auf Hinweis von 00Brö. Regeln sind einfach, Bewertung wieder meine ganz persönliche Meinung. Jeder Kandidat (hier nochmal die Liste: Jamaika, Seychellen, Mexiko, Mauritius und Hawaii) erhält 4 Punkte. Es gibt 4 Kriterien die für einen Punktabzug sorgen können.

1. zu viele Engländer

2. zu viele Russen

3. zu viele Deutsche

4. zu viele Touristen allgemein.

Engländer sind wohl vor allem auf den Seychellen und Mauritius sehr verbreitet. Deswegen leider Punktabzug. Die Seychellen sind leider auch der einzige Kandidat, bei dem die Russen eine nennenswerte Touristengruppe bilden. Und da dürfen natürlich auch die Deutschen nicht fehlen und machen 15% aller Touristen aus. Hier gibts auch Punktabzug für Mexiko (Deutschland auf Platz 3 der Touristenzahlen) und Jamaika (größte Touristengruppe aus Europa).

Zwischenstand Jamaika 3Pts. , Seychellen 1 Pts., Mautitius 3 Pts., Mexiko 3Pts. und Hawaii 4Pts.

Aber natürlich will man nicht nur von Touristen umgeben sein. Deswegen kriegen die beiden Kandidaten mit der höchsten Touristendichte ebenfalls einen Punkt abgezogen.

Mauritius -> 456 Touristen/qkm
Hawaii -> 421 Touristen/qkm
Seychellen -> 308 Touristen/qkm
Jamaika -> 137 Touristen/qkm
Mexiko -> 10 Touristen/qkm

Endstand:

Mexiko 3Pts.
Hawaii 3Pts.
Jamaika 3Pts.
Mautitius 2Pts.
Seychellen 1Pts.

Habemus victor!*

Es ist geschehen! Dieses plüschig-familiäre Plätzchen hat eintausend Kommentare gesammelt. Der Kommentar Nummer 1000 ist:

hmm.. im urlaub fussi spielen und danach duschen gehn.. ja ok, passt.. is genehmigt!

Somit ist der Gewinner der Horst-Working-Rarität der Maddin, und zwar der Maddin mit dem Motorrad, um genau zu sein.

Die Autogrammkarte wird gerade in Südostasien von unseren Kinderarbeiterinnen zurechtgeklöppelt und in Kürze an den Sieger übergeben.

* Falls sich gewundert wird was der Titel soll, in meinem Montagmorgenhirn heißt das „Wir haben einen Sieger“ auf Latein. Ich ließe mich ausschließlich von einem Latein-Muttersprachler überzeugen, dass ich damit falsch liege.

The Iron Lady

Zwei wichtige Infos vorab: Ich kann Meryl Streep nicht leiden. Klar ist sie eine Superschauspielerin, wie auch ihre 14 Oscars beweisen, aber ich mag sie einfach nicht. Und das nicht mal nur weil sie in der schlimmen Verfilmung eines schlimmen Musicals über eine schlimme Band aus einem schlimmen Wettbewerb mitgespielt hat, ich kann Meryl Streep einfach nicht leiden.
Zweite Info: Ich hab keine absolute Meinung zu Margaret Thatcher. Es scheint, die meisten Leute (die wissen, wer das ist) scheinen sie alternativ für die böseste Person aller Zeiten oder die Retterin in den 80ern zu halten – ähnlich wie bei ihrem Regierungspendant Ronald Reagan. (Über den ein biopic echt überfällig ist) Bei mir klappt der Polarisierungsfilter dieser Personen nicht so recht.

Nun zum Film… Die ersten Minuten des Films, die ausschließlich die demente Mrs. Thatcher im Jetzt zeigen, sind ausgesprochen zermürbend und verschrecken beim Gedanken an weitere zwei Stunden. Allerdings bekommt der Film nach eine Weile dann eine Dynamik, die fluffig genug ist, um den Biographieanspruch zu genügen, aber nicht in eine distanzierte Schilderungsebene abdriftet, da die Sprünge zwischen chronologischer Erzählung und dem Jetzt meist sehr gut gewählt sind.
Und obwohl ich, wie erwähnt, Frau Streep nicht mag, auch in diesem Film überragt sie als Hauptdarstellerin. Allerdings wundert mich schon, dass für die britische Verfilmung eines sehr britischen Themas keine Britin gefunden wurde. Vermutlich waren die beiden englischen Schauspielerinnen, die gefühlt abwechselnd in allen Filmen von der Insel mitspielen, gerade busy. Doch selbst wenn nicht, ich denke dass weder Helen Mirren noch Judi Dench den Job besser gemacht hätten.

Der Film ist neben seinem Biographieformat gut gemacht, sieht deutlich nach britischen Kino und nicht nach Hollywood aus. Das einzige, was mich störte, waren einige Szenen, die wirkten, als ob Kameramann und Regisseur sich in eine spezielle Einstellung verliebt hätten und daher in den filmisch recht bodenständigen Film theatralische Bilder eingebaut haben, die wie Hochglanzfremdkörper daherkommen. Aber diese sind an einer Hand abzuzählen.

Alles in allem mochte ich den Film trotz meiner Indifferenz zum Thema und meine Antistreepigkeit gern. Kein überragender, doch eine überragende Darstellung.

Die Drumherumhighlights des Kinobesuches gab es, da es sich um ein Kino in einem kleinen Dorf handelte. So kam der Vorführer vor der Vorstellung in den Saal, um zu schauen, ob alle da sind und um vor der Originaltonigkeit des Films zu warnen. Sehr freundlich und auch befremdlich.

Das andere Highlight war das Belauschen der Kinobesucher beim Herausgehen. Hinter mir liefen zwei Frauen, die die frischen Eindrücke des Films besprachen. Zur Untermalung, man kommt gerade aus einem Film, der als großen Bestandteil die Beschreibung hatte, dass es Margaret Thatcher echt hart hatte, da sie eine eine Frau war, die sich mit dem traditionellen Rollenverständnis ihrer Zeit nicht zufrieden geben konnte.

“Siehst Du, die hat nur so schlechte und menschenfeindliche Politik gemacht, weil sie eine Frau war und die Politik halt Männersache ist!”
“Ja alles nur weil sie nicht der richtige Mann geheiratet hat, der ihr sagt, dass sie zu Hause bleiben soll!”

Vielleicht sind Filme ja doch nur dazu da, für jeden Zuschauer die eigene Meinung zu bestätigen?

Das Horst-Working-1000-Gewinnspiel! Mit Preis!

Wir haben im Moment satt über 900 Kommentare gesamt in diesem charmanten mittelständischen Blog gesammelt. Vielen Dank schon mal dafür!

Um ein noch größeres – und wirklich unbezahlbares – Dankeschön exemplarisch einen einen Kommentator zu geben, starten wir jetzt unser erstes Gewinnspiel.

Die Regeln sind einfach erklärt: Wer den eintausendsten (in Zahlen: 1000.) Kommentar schreibt, gewinnt

eine echte Horst und Hase-Autogrammkarte!

Wir behalten uns natürlich vor, reine Spamkommentare zu löschen, falls ersichtlich ist, dass Ihr nur für das Autogrammkartenunikat schreibt! 😉

Dann mal viel Glück!