Eisley – The Valley

Kurzer Musiktipp für die Freunde von Frauengesang in dezent alternativer Populärmusik: Eisley ist eine texanische Familienband (drei Schwestern, ein Bruder, ein Cousin), die es schon ewig gibt. Bei mir gerade ein Ohrwurm, den ich teilen möchte, Ambulance vom letztjährigen Album “The Valley”

Falls das gefällt, hier Hörproben vom ganzen Album. Klingt irgendwie nach Leslie Feist in schwungvoller.

P.S. Einkaufen über das widget oder Links im Artikel freut den Horst. 🙂

Those Darlins – Screws Get Loose

Girlband-Empfehlungen haben eine gewisse Tradition in diesem Blog. Und wenn Ihr bereits artig alle Pony UpAlben gekauft habt… Am Montag ist in Europa das neue Album von Those Darlins erschienen.

Those Darlins sind gar keine richtige Girlband, sondern nur eine 3/4. Drei junge Südstaatlerinnen trafen sich beim Southern Girls Rock & Roll Camp im weltberühmten Murfreesboro, Tennessee und gründeten mit einem (männlichen) Campbetreuer die Band. Lustig.

Das Album klingt ein bisschen wie Holly Golightly (Die Sängerin, nicht die Romanfigur oder Comiczeichnerin) in einer Garage mit Gitarren. Trotz ausgeprägter Garageigkeit ist das Album gut genug produziert um nicht nach Demotape zu klingen. Die Musik ist simpel, fluffig und kurzweilig, besonders der Titeltrack hat sich in meinen Gehörgängen festgebissen.

Mein textliches Highlight ist jedoch Be Your Bro, ich zitiere:

I just wanna run and play in the dirt with you
You just wanna stick it in

Wenn das mal nicht lyrisch ist!

Was an dem Album beim am Stück hören etwas nervt, sind die all zu oft eingesetzten Harmoniegesänge und zu häufig nach Status Quo klingende Rhythmusgitarre. Aber stückchenweise ist das schon eine angenehme Bereicherung einer Nebenbeihörplaylist.

P.S. Weil sich das Amazon mp3-widget mal wieder benimmt wie ne kleine böses Wort Diva hier ein Link zum Album Screws Get Loose

HECTOR backwoods – This Will Only Hurt the First Time

Nach den „kopfigen“ Two Gallants jetzt mal etwas gegenteiliges: die eher „bauchigen“ HECTOR backwoods, dank des Tipps einer Kollegin.
Die Bandliste der Einflüsse liest sich wie ein who-is-who der Rockgeschichte von den Siebzigern bis in die Neunziger – so komplex ist die Musik aber gar nicht. Es ist einfach nur straighter Rock. Die Songs haben einen einfachen Aufbau, die Gitarren röhren gleichmäßig, der Bass folgt artig der Melodie und es eignet sich bestimmt gut, um es beim Pickup-Fahren im mittleren Westen zu hören. Die Texte handeln passend dazu von maskulinen Themen: Autos, Glücksspiel, Raubüberfälle; Frauen, Frauen, Frauen. Alles in allem ein stimmiges Paket, was nicht mehr vormacht, als es ist. Um das ganze Album am Stück zu hören, ist es mir zwar zu platt, aber in begrenzten Dosen eingesetzt, mach es echt gute Laune.
Wer also plain rock mit ein wenig redneck appeal mag und sich nicht daran stört, dass zähflüssiges Testestoron aus den Boxen tropft, kann hier zuschlagen.
Auch das Album gibts bei Amazon nicht, daher zum Reinhören ein Link zur myspace-Seite der Band.

Two Gallants – what the Toll Tells

Ich habe lange Zeit mit den Gatisdownloads aus diesem Alben verbracht – da fand ich es nur fair, auch ein wenig Geld wandern zu lassen. Also gabs das mittlerweile sechs Jahre alte Album für mich bei iTunes. Und es hat sich wirklich gelohnt. Im Vorfeld hab ich befürchtet, dass es mir zu folkig ist, immerhin kam es bei Saddle Creek heraus.
Grundsätzlich würde ich zwar sagen, dass „wtTT“ ein Folk-Album ist, allerdings gemischt mit ein wenig Noise, Punk und auch einmal Ska. Spätestens wenn man sich auf die (ewig langen) Texte eingelassen hat, ist egal, dass die beiden Kavaliere folkig klingen und sogar Mundharmonika spielen – etwas, was ich für gewöhnlich nur Bob Dylan erlaube.
Musikalisch ist es recht abwechslungsreich, fast jeder Song ist vollgestopft mit irritierenden Rhythmuswechseln. Dabei klingt der Gesang immer etwas daneben, das Schlagzeug hängt oft etwas hinterher, der Songaufbau ist manchmal etwas zu verbastelt und zu lang. Aber als Gesamtpaket passt es für mich dann wieder gut.
Das wahre Highlight stellen die Texte dar, die voller Abgründe und jugendlichem Hass sind.
Für mich ist das Album ein Volltreffer, zehn gut angelegte Euros. Leider kann ich kein Amazon-Preview einbinden – In den Weiten von Amazon gibt es „what the Toll Tells“ nicht. Aber wie sich das gehört, kann man mit „Las Cruces Jail“ und „Waves Of Grain“ zwei Lieder auf der Homepage unter „V – Media“ für lau haben.

Gossip: Music For Men

Letztes Wochenende war ich im Kurzurlaub, und im Urlaub muss man mindestens eine CD kaufen. Finde ich jedenfalls. So kann man dann immer, wenn man die CD später hört, denke: „Hach, klingt nach Urlaub…“.

Das ist meistens nicht so leicht, da man oft auf das dünne Angebot des lokalen Dorfsupermarktes angewiesen ist. So auch diesmal. Es gab eine sehr große Auswahl von CDs mit dem Titel „Die größten Hits von [Name eines mir nicht bekannten Schlagersängers]“. In Ermangelung von alternativen fiel meine Wahl dann auf „Music For Men“ von Gossip. Einige Songs vom Vorgängeralbum fand ich ganz gut, eine nette Dance-Rock-Punk-Mischung. Allerdings hatte ich die schlechten Vorzeichen für das Werk von 2008 bereits gesehen:

  1. Frauenzeitschriften berichteten über Gossip
  2. Boulevardmagazine im Privatfernsehen stellen Beth Ditto als „Besondere Frau in der Popmusik“ vor – in einem Beitrag mit Lada Gaga
  3. Rick Rubin produzierte das Album

Trotz alledem gab ich der CD eine Chance – die Vorzeichen täuschten nicht. Gossip 2008 ist belanglose Dance-Musik, bei der ich kein Lied vom anderen unterscheiden kann. Alles, was bei „Standing In The Way Of Control“ noch ansatzweise schmuddelig klang, wurde zu blitzsauberen Liedchen, getrieben von einen Duracel-Disko-Rhythmus.

Mit dem Album geht es mir ein bisschen so, wie früher mit Moloko: Für Dance ganz OK, aber nichts für mich…

10 Jahre 10 Alben

10 jahre 10 alben

Und schon wieder ist ein Jahrzehnt vorbei. Ich habe auch in den letzten 10 Jahren reichlich Geld in die weinende, stets überlebensbedrohte Musikindustrie investiert. Das hat sich mal mehr, mal weniger gelohnt. Hier nun zehn Alben aus dem ablaufenden Jahrzehnt, die mir besonders im Gedächtnis geblieben sind:

At The Drive-In – Relationship Of Command (2000)

Die letzt richtige Veröffentlichung von At The Drive-In war auch die erfolgreichste. Zwar haben mir die Vorgängeralben besser gefallen, aber das waren ja noch die Neunziger.

Mit den Nachfolgenden Bands der Mitglieder, The Mars Volta und Sparta, wurde ich nie richtig warm. Mars Volta wirkte am Anfang noch ganz hoffnungsvoll, von Album zu Album nahm meine Zuneigung dann aber ab. So bleibt Relationship Of Command als letzte Äußerung einer meiner Lieblingsbands der Neunziger in dieser Liste.

System Of A Down – Toxicity (2001)

Das Album fand ich damals richtig gut. Witziger Gitarrenkram, der gerade noch MTV-kompatibel ist. Für die jüngeren Leser: MTV war damals ein Musiksender. Bis auf das nerviger Aerials ein Album aus einem Guss, bei dem ich besonders den hyperaktiven „Gesang“ von Serj Tankian mag. Leider beschlossen SOAD spätestens bei den *ize-Alben, dass Herr Tankian nicht mehr so viel singen soll und sie stattdessen in schlimme Metal-Balladen machen. Aber 2001 stimmte die Welt bei den freundlichen Armenoamerikanern noch.

Desaparecidos – Read Music / Speak Spanish (2002)

So sehr ich Conor Obersts Lebenslauf bewundere – Als Teenager ein Label in Omaha, Nebraska gründen, und dann auch noch Erfolg damit haben! – mit seiner Musik, sei es unter eigenem Namen oder als Bright Eyes konnte ich nie richtig was anfangen. Das er auch ganz anders als folkig kann, hört man beim einzigen Album der Desaparecidos – Heulestimme meets Emo/Punk. Für mich ist das eine sehr gute Mischung, sobald man sich an den merkwürdigen Gesang gewohnt hat. Leider beendeten die Desaparecidos bald ihre Existenz, und Herr Oberst singt seit dem wieder passend zum Klang akkustischer Gitarren. Schade.

White Stripes – White Blood Cells (2002)

Ach die White Stripes. Ich habe mich ja hier schon als Fan geoutet, deswegen muss natürlich auch ein Album auf diese Liste. White Blood Cells ist für mich das schönste Stripes-Album, nicht mehr so garagig wie davor und noch nicht so ein Hype wie alles ab Elephant. Die Songs klingen ein wenig nach ausgeklügelten Kinderliedern und man hört noch deutlich, dass es nur zwei Personen sind, die da Musik machen.

Good Clean Fun – Between Christian Rock And A Hard Place (2006)

Ich glaube, so recht mochte nie jemand GCF. Für die Straight Edge-Gemeinde sind sie nicht ernsthaft genug, für den „normalen“ Hardcorefan geht es nicht, weil sie halt Straight Edge sind. Für mich passt es aber perfekt. Sehr schön finde ich auch, dass Good Clean Fun ihr Comeback schon angekündigt haben, bevor sie sich überhaupt aufgelöst haben. Beim 2006er Release wird sich geplegt über Emos, Goths und Myspacenutzer lustig gemacht – da bin ich gern dabei.

The Thermals – The Body, The Blood, The Machine (2006)

So viel Krach von gerade mal drei Leuten. Die Thermals spielten damals noch schrammelige Garagenmusik, das Album dreht sich konzeptig um das Thema Gott im allgemeinen und Christentum im speziellen. Bei mir hat das Album schon mit dem ersten Track „Here’s Your Future“ gewonnen, und obwohl es musikalisch wenig abwechslungsreich ist, kann ich es immer und immer wieder hören.

Tom Waits – Orphans (2006)

Herr Waits ist das beste Beispiel für die Auswirkungen von Alkohol und Tabak auf die Stimme. Während er in den Siebzigern noch glockenhellem Gesang aufwartete, bewegte er sich 2006 schon lange nur noch zwischen schleifenden und gurgelnden Geräuschen. Und das auf vollen drei CDs, die mit süßlichen Liebesliedern, krummen Toncollagen und ein wenig spoken word vollgepackt sind. So unternimmt man eine dreistündige Reise in die poetisch bis verrückte Gedankenwelt von Tom Waits.

Wolfgang Parker – Room Nineteen (2007)

So komisch unpassend wie der Name des Sängers ist auch seine Musik: Swing meets Punk meets Jazz meets Schmalz meets early Rock’n’Roll. Eine wunderbare Mischung, schwungvolle Musik zum „Nebenbeihören“. Ein Track heißt „Whisper Something German In My Ear“ – wer denkt sich denn sowas aus?

Pony Up! – Make Love To The Judges With Your Eyes (2007)

Das perfekte Sommerpopalbum. Naive Songs mit immer etwas krummen Gesang, die von einer kanadischen Girlband kommen. Das vorhergehende Album klang noch etwas unterproduziert, bei MLTTJWYE ist alles zu kompakten Popsongs geschliffen. Besonders das super-eingängige „The Truth About Cats And Dogs (Is That They Die)“ klingt nach der Musik, die über den Sommer im Radio laufen sollte.

The Kills – Midnight Boom (2008)

Im letzten Winter hatte ich eigentlich 120 GB zuviel Platz auf meinem Ipod, es lief eh‘ immer Midnight Boom. Die beiden vorherigen Veröffentlichungen der Kills fand ich zwar gut, aber sie rissen mich nicht wirklich vom Hocker. Ganz anders die Variante aus 2008 – für mich eine stimmige Mischung zwischen minimalistisch und gut hörbar. Bin sehr gespannt, ob es ein nächstes Album geben wird – und wenn ja – wie es klingt.

Ich bin überzeugt, dass ich etliche Alben vergessen habe, zehn Jahre sind ja auch eine lange Zeit. Komischerweise fallen mir wesentlich mehr Alben aus den Neunzigern ein, als aus diesem Jahrzehnt. Ich befürchte, daran merkt man, dass man alt wird…

Und schon wieder ist ein Jahrzehnt vorbei. Ich habe auch in den letzten 10 Jahren reichlich Geld in die weinende, stets überlebensbedrohte Musikindustrie investiert. Das hat sich mal mehr, mal weniger gelohnt. Hier nun zehn Alben aus dem ablaufenden Jahrzehnt, die mir besonders im Gedächtnis geblieben sind:

At The Drive-In

Relationship Of Command (2000)
Die letzt richtige Veröffentlichung von At The Drive-In war auch die erfolgreichste. Zwar haben mir die Vorgängeralben besser gefallen, aber das waren ja noch die Neunziger.
Mit den Nachfolgenden Bands der Mitglieder, The Mars Volta und Sparta, wurde ich nie richtig warm. Mars Volta wirkte am Anfang noch ganz hoffnungsvoll, von Album zu Album nahm meine Zuneigung dann aber ab. So bleibt Relationship Of Command als letzte Äußerung einer meiner Lieblingsbands der Neunziger in dieser Liste.

System Of A Down
Toxicity (2001)
Das Album fand ich damals richtig gut. Witziger Gitarrenkram, der gerade noch MTV-kompatibel ist. Für die jüngeren Leser: MTV war damals ein Musiksender. Bis auf das nerviger Aerials ein Album aus einem Guss, bei dem ich besonders den hyperaktiven „Gesang“ von Serj Tankian mag. Leider beschlossen SOAD spätestens bei den *ize-Alben, dass Herr Tankian nicht mehr so viel singen soll und sie stattdessen in schlimme Metal-Balladen machen. Aber 2001 stimmte die Welt bei den freundlichen Armenoamerikanern noch.
Desaparecidos
Read Music / Speak Spanish (2002)
So sehr ich Conor Obersts Lebenslauf bewundere – Als Teenager ein Label in Omaha, Nebraska gründen, und dann auch noch Erfolg damit haben! – mit seiner Musik, sei es unter eigenem Namen oder als Bright Eyes konnte ich nie richtig was anfangen. Das er auch ganz anders als folkig kann, hört man beim einzigen Album der Desaparecidos – Heulestimme meets Emo/Punk. Für mich ist das eine sehr gute Mischung, sobald man sich an den merkwürdigen Gesang gewohnt hat. Leider beendeten die Desaparecidos bald ihre Existenz, und Herr Oberst singt seit dem wieder passend zum Klang akkustischer Gitarren. Schade.

White Stripes
White Blood Cells (2002)
Ach die White Stripes. Ich habe mich ja hier schon als Fan geoutet, deswegen muss natürlich auch ein Album auf diese Liste. White Blood Cells ist für mich das schönste Stripes-Album, nicht mehr so garagig wie davor und noch nicht so ein Hype wie alles ab Elephant. Die Songs klingen ein wenig nach ausgeklügelten Kinderliedern und man hört noch deutlich, dass es nur zwei Personen sind, die da Musik machen.
Good Clean Fun

Between Christian Rock And A Hard Place (2006)
Ich glaube, so recht mochte nie jemand GCF. Für die Straight Edge-Gemeinde sind sie nicht ernsthaft genug, für den „normalen“ Hardcorefan geht es nicht, weil sie halt Straight Edge sind. Für mich passt es aber perfekt. Sehr schön finde ich auch, dass Good Clean Fun ihr Comeback schon angekündigt haben, bevor sie sich überhaupt aufgelöst haben. Beim 2006er Release wird sich geplegt über Emos, Goths und Myspacenutzer lustig gemacht – da bin ich gern dabei.

The Thermals
The Body, The Blood, The Machine (2006)
So viel Krach von gerade mal drei Leuten. Die Thermals spielten damals noch schrammelige Garagenmusik, das Album dreht sich konzeptig um das Thema Gott im allgemeinen und Christentum im speziellen. Bei mir hat das Album schon mit dem ersten Track „Here’s Your Future“ gewonnen, und obwohl es musikalisch wenig abwechslungsreich ist, kann ich es immer und immer wieder hören.

Tom Waits
Orphans (2006)
Herr Waits ist das beste Beispiel für die Auswirkungen von Alkohol und Tabak auf die Stimme. Während er in den Siebzigern noch glockenhellem Gesang aufwartete, bewegte er sich 2006 schon lange nur noch zwischen schleifenden und gurgelnden Geräuschen. Und das auf vollen drei CDs, die mit süßlichen Liebesliedern, krummen Toncollagen und ein wenig spoken word vollgepackt sind. So unternimmt man eine dreistündige Reise in die poetisch bis verrückte Gedankenwelt von Tom Waits.

Wolfgang Parker
Room Nineteen (2007)
So komisch unpassend wie der Name des Sängers ist auch seine Musik: Swing meets Punk meets Jazz meets Schmalz meets early Rock’n’Roll. Eine wunderbare Mischung, schwungvolle Musik zum „Nebenbeihören“. Ein Track heißt „Whisper Something German In My Ear“ – wer denkt sich denn sowas aus?

Pony Up!
Make Love To The Judges With Your Eyes (2007)
Das perfekte Sommerpopalbum. Naive Songs mit immer etwas krummen Gesang, die von einer kanadischen Girlband kommen. Das vorhergehende Album klang noch etwas unterproduziert, bei MLTTJWYE ist alles zu kompakten Popsongs geschliffen. Besonders das super-eingängige „The Truth About Cats And Dogs (Is That They Die)“ klingt nach der Musik, die über den Sommer im Radio laufen sollte.

The Kills
Midnight Boom (2008)
Im letzten Winter hatte ich eigentlich 120 GB zuviel Platz auf meinem Ipod, es lief eh‘ immer Midnight Boom. Die beiden vorherigen Veröffentlichungen der Kills fand ich zwar gut, aber sie rissen mich nicht wirklich vom Hocker. Ganz anders die Variante aus 2008 – für mich eine stimmige Mischung zwischen minimalistisch und gut hörbar. Bin sehr gespannt, ob es ein nächstes Album geben wird – und wenn ja – wie es klingt.
Ich bin überzeugt, dass ich etliche Alben vergessen habe, zehn Jahre sind ja auch eine lange Zeit. Komischerweise fallen mir wesentlich mehr Alben aus den Neunzigern ein, als aus diesem Jahrzehnt. Ich befürchte, daran merkt man, dass man alt wird…

Dredg: The Pariah, The Parrot, The Delusion

Ich bin generell ein Freund verkopfter Musik. Wenn sich jemand in Form von Konzeptalbem ausdrücken möchte: Ich bin dabei. So fanden auch einige Alben von Dredg zu mir. Zwar war mir die Produktion immer ein bisschen zu aufgeblasen, der Gesang etwas zu weinerlich, aber unter dem Strich fand ich, dass es ganz gute Songs sind.
Das aktuelle Album mit dem langen Namen beeinträchtigt meine einstmals gute Beziehung zur Band aus Kalifornien. Es fehlen einfach die „ganz guten Songs“. Für mich sind auf dem Album ausschließlich schmalzige Popsongs mit dezenter Gitarrenbegleitung. Alles wird mit einem widerlichen Humpa-Humpa-Mitschunkelrhythmus begleitet, die Refrains laden fast zum bierseeligen Mitgrölen ein. Da täuschen auch die Instrumentalfüllstücke anspruchsvollen Versatzarbeiten nicht darüber hinweg. Nach dem ersten Durchhören fühlte ich mich von all den kinderliedartigen Gute-Laune-Songs beinahe angeekelt. Und diese happy-happy-Kompositionen passen so gar nicht zum pathetischen Vortrag des Sängers. Klingt etwa so, als ob Keith Caputo einen Song von Liquido singen würde. Und nochmal. Und nochmal.
Vielleicht ja verkauft sich das poppige Album gut. Ich gönne es Dredg – und höre weiter El Cielo und Catch Without Arms.

A Tribute To Fanta4

Eigentlich wollte ich ja die CD empfehlen. Aber dann habe ich sie mir angehört.

Die Idee an sich finde ich ja net schlecht. Aber es ist glaub ich immer schwer, Sprechgesang durch Bands umzusetzen,die damit gar nix am Hut haben. Der erste Blick auf die Künstler hat mich sehr verwirrt. Wie passen denn bitte die Puhdys, Karat, Sebastian Krumbiegel (Die Prinzen), Scooter, Oomph, In Extremo, Thomas Godoj usw. zusammen? Das klingt n bißchen so als ob da irgendeiner zufällig in die Plattenkiste  gegriffen hat und dessen CD gezogen wurde durfte mitmachen. Amazon rühmt die Zusammenstellung als das Who des Who der deutsche Musik. Oha armer deutscher Markt. Ursprünglich wollte ich eine Einzelkritik zu jedem einzelnen Lied schreiben, doch dazu hätte ich die Lieder bis zum Ende hören müssen und das ging bei vielen einfach net.

Und dann hab ich das Cover gesehen. Ach du sch**** Da lacht mich doch tatsächlich der dicke Bär Läsker an. Da versucht wohl einer nochmal schnell n bißchen Geld zu machen bevor der DSDS Ruhm verblasst. Das erklärt aber auch, warum auf dem Album Fanta4 stehen darf.

Beim hören hab ich immer gedacht „oh nein der Tiefpunkt ist erreicht“ aber dem war net so.  Der Anfang von Revolverheld war sogar noch einigermaßen vielversprechend. Aber gleich danach der Herr Krumbiegel, das geht gar net. Danach plätschert es so vor sich hin. Viele bemühte Künstler die aber kläglich versagen. Doch dann eine überraschende Wendung. Okay von Xavier Naidoo und Knorkator darf man eigentlich was erwarten und mich persönlich haben sie nicht enttäuscht. Die Freude war nur von kurzer Dauer. Es geht weiter bergab mit Scooter(???), F.R. (Rapper das ich nicht lache) und den Puhdys. Grossstadtgeflüster hat mich sehr überzeugt und wird wohl mein nächster Musiktip (Danke auch an den linken Schreibtisch im Büro :-)).

Die weiteren Tiefpunkte (Mario Barth, Peter Maffay, Pur, Thomas Anders) erspar ich euch und den Link zu Amazon auch.