Retro Roundup: 1979

So, mal was Neues – ich schreib über was Altes. Für’s erste hab ich mir vollkommen zufällig das Jahr 1979 herausgepickt. Statt der minireviews aktueller Sachen gibt es hier etwas zu den Sachen, die in einem bestimmten Jahr herausgekommen sind, bei den horst-workingigen Themen Musik, Film, Buch. Wer etwas zu Politik und Nachrichten des Jahres will sollte sich den gefühlt jede zweite Woche auf Phoenix laufenden 100 Jahre – Der Countdown anschauen.
Im Falle von 1979 lassen sich die großen, nachrichtenbildenden Ereignisse ohnehin zu einem Wort zusammenfassen: Iran. Wen das jetzt verwirrt – wie gesagt

In Sachen Populärmusik starben die Disco-70er endlich aus, Michael Jackson veröffentlichte sein erstes Soloalbum und Punk war poppig – oder Pop war punkig. Die nahenden 80er kündigten sich mit frühen New Wave-Sachen an, insgesamt wirkt das Jahr ganz erinneringswürdig.
Leider kann ich meinen Favoriten nicht in das mp3-widget nebenan packen, weil es das Album bei Amazon nicht zum download gibt: 1979 veröffentlichte Frank Zappa (neben erstaunlich vielen anderen Alben) Sheik Yerbouti, das neben einem verwirrenden Titel auch den evergreen Bobby Brown Goes Down enthält. Für den Rest hier mein 1979 sampler im widget, inklusive des supernervigen Ring My Bell, stellvertretend für die schlimme Discozeit.

Widget geht nicht? Hier ist die unattraktive Liste.

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Kranke Filme

Da bin ich wieder. Ich muss mich wohl bei den Dreharbeiten erkältet haben und war jetzt eine Weile außer Gefecht. Wenn man den ganzen Tag auf der Couch rumliegt kann man gar nicht anders, als sich sinnlos mit Filmen vollzustopfen. Dabei waren einige, die ich noch nie gesehen habe, und andere, die ich vor vielen Monden schon mal geschaut habe. Daher geht’s in meinen Comebackeintrag um viele Filme. Kann sein, dass ich den einen oder anderen Film im Einfluss von Fieber und Medikamenten falsch aufgefasst habe, aber vielleicht kam das meiner Einschätzung des einen oder anderen Filmes zu Gute.

Sweeney Todd

Ich halte Musicals für eine schlimme Sache. Und Musicalverfilmungen für noch über, denn sie halten etwas schlimmes für die Ewigkeit fest. Aber auf der anderen Seite: Wie schlimm kann ein Film von Tim Burton schon sein? (Die richtige Antwort auf diese Frage ist natürlich: „Planet der Affen“) Und so habe ich mich auf Sweeney Todd eingelassen – und es hat gar nicht sooo weh getan. Klar verstört es mich, wenn zwei Menschen nach zwei Sätzen Unterhaltung anfangen, das Thema des Gespräches in Liedform weiterzuführen, aber das hört man sich weg. Zur Story muss man nichts sagen, ist ja schon was älter. Der Film sieht Burton aus, hat nen Massenmörder, viel Blut und unbewussten Kannibalismus, das kann einem das Gesinge gar nicht verderben.

3/5

Iron Man

Kennt Ihr das? Alle schreiben, dass der Film XY die Comicverfilmung ist, die gaaanz anders und gaaanz dunkel und gaaanz ernsthaft ist – und dann ist es beim gucken der gleiche Mist wie immer? Wenn nicht, schaut Euch mal Iron Man an. Der gleiche ansehnliche Quatsch, den man bei den anderen *mans im Kino nebst vieler Fortsetzungen sehen kann. Apropos Fortsetzung: Bei Iron Man hat man nicht das Gefühl, einen Film zu sehen, viel mehr eine Pilotfolge zu einer Serie. Außerdem gibt’s nen richtig schlechten Soundtrack, den man fast schon als hans-zimmerig bezeichnen kann.

1/5

Chinatown

Anlässlich der Verhaftung von Roman Polanski gab’s für mich nen Polanskifilm. Beeindruckend: Jack Nicholson besaß mal ein wesentlich größeres schauspielerisches Repertoir als das fiese Grinsen mit hochgezogenen Augenbrauen, auf das er sich seit einigen Jahren beschränkt.
Chinatown ist atmosphärisch dicht, eine gelungene (damals-) Neuinterpretation des Detektiv-Film-Noir-Themas. Ich habe außerdem gelernt, dass ein Film aus den 70ern, der in den 40ern spielt wesentlich aktueller wirkt, als ein Film aus den 70ern, der in den 70ern spielt.

3/5

The French Connection

Gene Hackman definiert seine abonnierte Rolle und die Polizistenfilme der folgenden Jahrzehnte. Neben ihm nimmt man seinen Sidekick Roy Scheider gar nicht wahr. Schmuddeliger, spannender Film mit unsympathischen Franzosen, gut so.

4/5

Bullitt

Hat tatsächlich mehr zu bieten als die berühmte 10-Minuten-Verfolgungsjagd. Ein weiterer Copfilm der Siebziger, scheint ja damals ein großes Thema gewesen zu sein. Sieht stylisch aus und ist ganz spannend.

4/5

The Getaway

Apropos Steve McQueen: Gute Road-Movie/Gangster-Paar-Idee, die sich leider hinter zu vielen Autounfällen und Schießereien versteckt. Die Al Lettieri + Sally Struthers -Sequenzen wirken, als wären sie eine große Inspiration für Quentin Tarantino bei der ersten From Dusk Till Dawn-Hälfte gewesen.

3/5

Excalibur

Hab ich bisher immer nur bruchstückhaft im Fernsehen gesehen. Nach dem Film am Stück muss ich sagen, das war auch gut so. Widerlich heldenhafter Quatsch mit sich aufdrängender Farbsymbolik und einer großen Wucht heroischer Wagner+Orff-Medleys. Echt schlimm. Einziger Lichtblick war die sympathisch aufgeweckte Originalstimme von Merlin. Für die King-Athur-Story kann der Film ja nichts, aber die pathetische Inszenierung ermöglichte mir kein Schauen ohne Würgen.

1/5

The Godfather I, II, III

Ach, das kann man sich ruhig 1000-mal anschauen. Ich glaube, da brauche ich nichts mehr zu sagen. Außer vielleicht: Für mich bleibt nach dem fünften Gucken der erste Teil perfekt, der zweite lässt nach, der dritte ist vielleicht doch nicht so schlimm, wie man zuerst denkt.

5/5

Apocalypse Now

Kriegsfilme sind nicht so mein Ding, so mochte ich Apocalypse Now auch noch nie gern. Jetzt habe ich der Redux-Version einen Versuch gegeben und mein Votum: Ist ne Stunde länger…

2/5

Fahrenheit 451

Beim Film ist mir aufgefallen, was ich am Buch nicht mag – Es hat echt ne blöde Aussage: Bücher = immer gut; Film+Fernsehen = immer schlecht. Das ist natürlich totaler Quatsch, ich habe schon sooo schlechte Bücher gelesen! Aber in diesem Fall stimmt es: Lieber das Buch lesen, der Film bleibt für mich deutlich zurück.

2/5

City Hall

Prototypenhafter Verschwörungs-Politthriller ohne große Besonderheiten. Passt schon. Hat sich vielleicht ein wenig zu kräftig bei „Bonfire of the Vanities“ bedient.

3/5

A Civil Action

Den ganzen Film über hab ich gedacht, da muss doch noch was passieren. Ein Twist. Eine Überraschung. Irgendwas!! Es kam nix, und so hat man knappe zwei Stunden verbracht, John Travolta als Erin Brockovich zu sehen. Echt öde. Dafür gibt’s Mr. Monk als Anwaltsgehilfen und Tony Soprano als Fabrikarbeiter, das waren aber schon die Highlights.

1/5

The Last Picture Show

Zwei Stunden Film, in denen fast nichts geschieht. Dafür beobachtet man hoffnungslose Menschen in einer hoffnungslosen Umgebung, festgehalten in dokumentarfilmartigen Schwarzweißbildern. Wenn man die nötige Geduld für den Film mitbringt, ist es ein interessanter Blick in die amerikanische Provinz der frühen 50er.

4/5

There Will Be Blood

Dieser Film lebt fast ausschließlich von Daniel Day-Lewis, der die knappen drei Stunden heftig dominiert. In den wenigen Szenen ohne ihn habe ich eigentlich nur darauf gewartet, dass er wieder da ist. Ein erneut überzeugender Auftritt. Der Soundtrack ist ungewöhnlich, passt aber perfekt zur bedrohlichen Stimmung des Films.

4/5

No Country For Old Men

Richtig guter Film. Eine Roadmovieartige Hetzjagd durch West-Texas, bei der sich die Hauptdarsteller nie richtig begegnen. Und die Rolle von Javier Bardem ist einfach nur begeisternd. Ein Film, den man sich unbedingt in der Originalversion anschauen sollte, ohne den Akzent fehlt dem Film sicher viel an Stimmung.

5/5

The Watcher

Keanu Reeves als Serienkiller? Ich finde ihn schon als Schauspieler unglaubwürdig! Aber in den Film passt seine „Leistung“ perfekt, da ist nämlich alles schlecht. Der Kameraman scheint die Effektknöpfe am Camcorder zum ersten Mal bemerkt zu haben – „Hmmm, Strobo? Ich drück mal drauf… Und hier – Invert? Ja, teste ich auch mal…“. Zwischendurch kam es mir vor, als ob ich aus Versehen irgendeinen Fernsehfilm oder CSI Miami angeschaltet habe, der Film sieht schlecht aus, klingt merkwürdig (Rob Zombie meets Portishead im Soundtrack!) und ist voraussehbar wie eine Folge Biene Maja.

0/5

Lady In The Water

Nach dem Film habe ich lange überlegt, was das jetzt war. Ich kam zu dem Ergebnis, dass es wohl ein Film sein soll, der sich über Fantasyfilme lustig macht. Oder was für Kinder, die freuen sich ja über die sonderbarsten Sachen. Wobei ich beim schauen auch recht häufig herzlich gelacht habe, allerdings vermute ich, dass es die ernst gemeinten Stellen waren. Ich hielt auch schon Blair Witch 2 für Comedy-Gold. Dafür kann die Frau im Wasser bei allen Löchern im Skript, allen logischen Fehlern trotzig die „Das ist Fantasy – wir machen hier die Regeln“-karte ziehen. Ob nun ernst gemeint oder nicht – das ist nicht meine Tasse Tee.

1/5

The Hole

Da habe ich mich doch glatt vom Klappentext irreleiten lassen, ich hielt den Film für einen weiteren Blair-Witch-Ripoff. Ist dann aber tatsächlich ganz interessant. Leider wirkt Thora Birch den ganzen Film über – wie ihr antrainierter englischer Akzent – leicht deplatziert. Die Story ist ziemlich vorhersehbar, aber für die kleine Unterhaltung zwischendurch taugt der Film.

3/5

Once In The Life

Ein unglaublich schlechter Film, den sich der Herr Fishburne da ausgedacht hat. Ist leider Direct-to-DVD rausgekommen, und nicht Direct-to-Mülleimer.

0/5

Pans Labyrinth

Spanischer Bürgerkrieg meets Alice im Wunderland – eine ungewöhnliche Kombination. Leider versucht der Film so intensiv, eine Parabel zu sein, dass die Charaktere zu Symbolen verkommen und daher für mich alle recht fern und hölzern geblieben sind. Dafür gibt’s zwei sehr schick produzierte Stunden zum Thema Eskapismus. Bei dem Dual-Happy-End vergisst der eine oder andere Zuschauer allerdings vielleicht, dass Spanien in der Folge noch 30 Jahre Franco-Diktatur hatte – die sympathischen Partisanen haben also nicht wirklich gewonnen…

2/5

Kill Bill

Und schon wieder kann ich mich nach dem Genuss des Zweiteilers nicht entscheiden, welcher Teil mir besser gefällt. Sicherlich hat der zweite Teil ein paar Längen, dafür aber auch deutlich mehr Story und Charakterentwicklung. Vielleicht muss man sich auch gar nicht entscheiden und guckt einfach immer beide Filme hintereinander.

5/5

The Thomas Crown Affair

… und zwar das Original aus den 60ern. Gefällt mir besser als das Remake, Herr Crown wirkt irgendwie undurchsichtiger. Und natürlich ist das der Film, der Splitscreen perfekt einsetzt.

4/5

Alien/s/³/Ressurection

Als stolzer Besitzer der Alien Quadroligy-Box muss man natürlich immer mal alle vier Teile am Stück gucken. Dabei rate ich an, die „directors cut“s zu schauen, da die Filme (besonders im dritten Teil) deutlich runder ist. Die einzelnen Teile stoßen bei mir auf unterschiedlich viel Zustimmung.

Alien
Spannender Film auf einem schmuddeligen Raumschiff, mit den tollen artworks von Giger. Perfekt.
5/5

Aliens
Viel zu viele Soldaten und viel zu viele Waffen für meinen Geschmack. Dafür gibt’s den powerloader als Entschädigung.
3/5

Alien³
Superoptik und ein Kuhalien. Außerdem ist das Problem der häßlichen Ripleyfrisur gelöst.
4/5

Alien – Ressurection
Ach, Glibberaliens, Weltraumpiraten… Fetzt nicht.
2/5