Pacific Standard Time

Ein wenig Kunst: Im Martin-Gropius-Bau in Berlin ist gerade die Ausstellung Pacific Standard Time, die sich mit der Kunstszene Los Angeles’ zwischen 1950 und 1980 beschäftigt.
Die Kollektion wirkt systematisch und vollständig, erst drei Räume zu m Thema Bilder, dann Installationen, Video, zum Abschluss Fotos. So wird versucht, einen roten Faden durch in der Ausstellung zu haben. Was dem entgegensteht, ist dass in den benutzten Räumen kein Rundgang möglich ist. So schaut man sich zunächst eine Hälfte an, geht sie wieder zurück, dann die andere Hälfte. Das Ende (in meiner gewählten Durchgehreihenfolge) waren dann viel zu viele Architekturfotos, die zwar alle richtig gut, aber einfach zu viele waren, um nach 90 Minuten Kunst gucken noch richtig wahrgenommen zu werden.

Aber dennoch: Wer was mit den Stilrichtungen am Hut hat und gerade in Berlin ist, Anschauempfehlung!
Leider gibts kein Video dazu, nur ein paar Beispielbilder auf der Ausstellungsseite.

Warhol: Headlines

Im lokalen Museum für moderne Kunst gibt es gerade eine Ausstellung zum Thema Andy Warhol und die Massenmedien. Das ganze ist natürlich im Vorfeld hoch gelobt und als Kollaboration von vier Museen nur sehr eingeschränkt zu beschauen. Als Thema musste mal nicht Pop Art im allgemeinen herhalten, sondern ganz speziell die Auseinandersetzung von Herrn Warhol mit den Medien, vor allem – wie der Name schon vermuten lässt, mit Zeitungsschlagzeilen.

Die Exponate beginnen angenehm unkommentiert, mit der Zeit kommt allerdings etwas Erklärbär in Form von hilfreichen Hinweistexten dazu. Das ist nichts, was ich schätze, Kunst sollte funktionieren, ohne dass mir jemand erklärt, was das alles bedeuten mag. Im Falle der Warhol-Ausstellung ist es aber in einem OKen Ausmaß und gar nicht so schlimm.
Während des Gangs durch das MMK hatte ich den Eindruck einer wirklich ausführlichen – aber in keinster Weise dramatischen Ausstellung. Die Abfolge der Exponate und Raumeinteilung strahlte keine stilistische Evolution oder persönliche Entwicklung für mich aus. Vielmehr wirkte es, als hätte man alle Werke zum Thema zusammengefunden und chronologisch in Reihe gestellt, wie es gerade passte.

Das allerdings ist auch schon sehr beeindruckend, denn ich glaube ein Großteil der Ausgestellten Stücke entstammt privaten Sammlungen.
Ein besonderes Stück Dramaturgie, was ich mir gewünscht hätte, ist die Zeitung, die mit dem Tod Warhols titelt. Diese hängt recht unauffällig in einem Verbindungsgang zwischen zwei Räumen und hätte doch die Pointe der Ausstellung sein können. Oder vielleicht ja gerade nicht.
Mich ereilte mal wieder etwas, was mir bei jeder Warhol Bio oder jeder Ausstellung so geht – Andy Warhol hat ungefähr eine Fantastillion Fotos gemacht, die er teilweise dann weiterverarbeitet hat. Und alle Fotos, die ich bisher sah, gefielen mir richtig gut. Warum macht nicht jemand eine Ausstellung zu dieses Fotos – ganz ohne Pop Art, factory und Überarbeitungen?

Zum Abschluss gibt es noch den etwas kulturigen Minifilm zur Ausstellung.