Google Ngram Viewer

Hier noch schnell ein Beschäftigungstipp für die Feiertage: Mit dem Google Ngram Viewer kann man die von Google digatalisierten Bücher auf Begriffe untersuchen lassen und das Ergebnis in einem übersichtlichen Diagramm anschauen. Da kommen manchmal interessante Dinge heraus.

So scheint zum Beispiel der Ausdruck „Sonnabend“ für „Samstag“ seine Hochphase vor den 40ern gehabt zu haben:


Ganz neue Wirtschaftstheorien könnte die häufige Übereinstimmung dieser beiden Linien ergeben:


Und im Sachen dieses Blogs: Horst rockt die deutschsprachige Literatur, ich hänge ihn dafür in der englischsprachigen ab, aber nicht mal so deutlich.



10 Jahre 10 Bücher die Zweite

Nachdem der Weiße Hase vorgelegt hat und ich keins der Bücher kannte, kommt hier nun meine Liste. Die Reihenfolge ist keine Wertung sondern einfach so aus dem Bücherregal gegriffen.

Vom Junkie zum Ironman (2007)

Andreas Niedrig wächst als Polizistensohn auf. Macht in seiner Jugend einige Dummheiten. Und rutscht letztendlich ins Drogenmilieu mit seiner „Gang“ ab. Zwischendurch kommt er wieder auf den richtigen Weg. Geht einer geregelten Arbeit nach und heiratet. Er wird Vater und rutscht wieder ab. Es geht sogar soweit, dass er mit seinem Kind im Kinderwagen Drogen kaufen geht. Aber er schafft den Absprung und fängt an zu laufen. Bewegung ist seine beste Therapie. Und er wird einer der besten Langstrecken-Triathlet (Ironman) der Welt.

Interessantes Buch und Geschichte die auch verfilmt wurde. Der Film ist aber net besonders und wird wohl in meinen Top Ten Filmen nicht auftauchen.

Der BFC war schuld am Mauerbau (2002)

Ein Sammlung teil autobiografischer Kurzgeschichten. Zu meinem Erstaunen hat das Buch relativ wenig mit Fussball zu tun. Aber die Geschichten sind trotzdem lustig. Es geht um Saufabende, Freundschaften und das Zurechtfinden in der neuen Gesellschaft.

Stupid White Men (2001)

Michael Moore hat vor einigen Jahren mit seinen beiden Filmen „Bowling for Columbine“ und „9/11“ für großes Aufsehen gesorgt. Das hat auch einen wahren Run auf seine Bücher ausgelöst. In Stupid White Men zieht er hauptsächlich über George W. Bush und dessen Amerika her. Mit einem gewissen Abstand muss ich allerdings sagen, dass seine Sichtweise in vielen Teile sehr einseitig ist. Damals hab ich das Buch geradezu verschlungen. Heute würde ich wahrscheinlich lieber die „Bild“ lesen.

Meines Vaters Land (2005)

Das Buch, gebe ich ehrlich zu , habe ich bestimmt 5 Mal gelesen. Obwohl ich es am Anfang gar net wollte. Es wird die Geschichte einer Familie über drei Generationen und 2 Weltkriege erzählt. Vom Händler zum Offizier der kaiserlichen Armee, zurück zum Händler. Danach Offizier in der Abwehr Nazideutschlands und schlussendlich Mitverschwörer der Gruppe des 20.Juli 45 (Stauffenberg und so). Das ganze wird erzählt von der Urenkelin, die dafür alte Familienarchive durchforstet hat. Sehr interessante Familiengeschichte.

Ich bin dann mal weg (2007)

Nach der Verkaufszahlen müsste eigentlich fast jeder Deutsche die Geschichte von Hape Kerkelings Pilgerwanderung auf dem Jakobsweg kennen. Deswegen hier nur soviel, ich fand die Art wie er schreibt sehr angenehm und es zeigt den Komiker in einem anderen Licht.

No Woman No Cry (2005)

Die Ehefrau von Bob Marley schreibt über sein Leben und wie sie ihn gesehen hat. Interesaante Biografie eines großen Musikers, der aber doch einige Schwächen hatte. Gleichzeitig erfährt man auch vieles über das Leben auf der Karibikinsel Jamaika(quasi Reiseführer und Biografie). Die Bilder sind zum Großteil aus der Privatsammlung von Rita Marley. Highlight wäre noch ein dazugehörige CD gewesen. Aber man kann ja nicht alles haben.

Die Passfälscher (2004)

Das Leben eines jüdischen Grafiker zu Zeiten des dritten Reiches war net einfach. Und wenn dieser auch noch ein Grafiker ist erst recht nicht. Cioma Schönhaus schafft es trotzdem, zahlreiche Juden mit seinen gefälschten Ausweisen ein neues Leben zu verschaffen. Bis auch er irgendwann gesucht wird. In einer abenteuerlich Art flieht er mit dem Fahrrad in die Schweiz (natürlich mit selbstgefälschtem Pass) und überlebt das 1000jährige Reich.

Fucking Berlin (2008)

Wie so oft, hab ich das Buch nur wegen dem Namen gekauft. Aber es hat sich gelohnt. Ein italienische Studenten erzählt über ihr Leben im Rotlichtmilieu. Sie arbeitet dort weil sie (wie so oft) den falschen Mann liebt und um sich ihr Studentenleben zu finanzieren (damals noch ohne Studiengebühren). Sie fängt an mit Massage und endet im Puff.  Letzendlich kommt sie aber doch raus aus dem Milieu.

Schneekönig: Mein Leben als Drogenboss (2004)

Wie ist das Leben wohl, wenn man viel Geld hat, ständig in der Südsee Urlaub macht, einen die Frauen anhimmeln und gleichzeitig die Männer Respekt bis Angst vor einem haben? In diesem Buch wird es erzählt. Okay der arme Mann muss dafür Koks verkaufen. Aber wenn man sich seine Geschichte so durchliest, hat man oft das Gefühl, dass es kinderleicht ist. Wenn man rechtzeitig abspringt.

1.FC Union Berlin (2005)

Das darf natürlich nicht fehlen. Ein Muss für jeden Fan. Viele Bilder aus der langen Unioner Geschichte mit passenden Geschichte abgerundet. Ein kurzer Überblick über die Geschichte der Eisernen.

10 Jahre 10 Bücher

10 Jahre 10 Bücher

In den letzten zehn Jahren habe ich das eine oder andere Buch gelesen. Beim Zusammenbasteln dieser Liste ist mir aufgefallen, dass ich einen ziemlich eintönigen Geschmack habe: Romane von englischen oder amerikanischen Autoren mit surrealer Handlung scheinen meine Sache zu sein.
Durch meine andere Vorliebe für Paperback-Bücher vom Wühltisch hänge ich außerdem immer fünf bis zehn Jahre bei den Veröffentlichungen zurück – daher ist das neueste Buch dieser Liste schon 2006 erschienen. Mit dem angegebenen Jahr ist die Veröffentlichung in deutsch gemeint.

Will Self – Die schöne Welt der Affen, 2000 (Great Apes)

Sehr nette Grundgeschichte: Ein Künstler erwacht nach übermäßigem Drogenkonsum als Affe – in einer Welt voller Affen. Das Buch zieht sich nach einem interessanten Start ziemlich in die Länge, blieb mir aber trotzdem im Gedächtnis haften.

Stephen Fry – Der Sterne Tennisbälle, 2001 (The Stars‘ Tennis Balls)

Nach der dem Tötet-Hitler-per-Zeitreise-Buch „Geschichte machen“ veröffentliche Stephen Fry eine – intensiv vom Graf von Monte Christo inspirierte – Geschichte, die ihren Haupt-Drive aus primitiven Rachegelüsten zieht. Mehr brauch ich gar nicht, es macht Spaß, das Buch zu lesen.

C.D. Payne – Tauben, die den Mambo tanzen, 2001 (Frisco Mambo Pigeons)

Das Buch hab ich mal für einen Euro auf einem Wühltisch gesehen und einfach mitgenommen. Mein Glück! Die Geschichte des Romans ist leicht erzählt: Rauchende, trinkende Labortauben brechen aus. Und das ist sehr unterhaltsam.

Chuck Palahniuk – Der Simulant, 2002 (Choke)

Man sollte natürlich jedes Buch von Chuck Palahniuk lesen, wenn man englisch versteht und einen starken Magen hat, natürlich auch seine Kurzgeschichte „Guts„. Aber unter allen Veröffentlichungen ist mir „Choke“ die liebste – hängt für mich mich auch Fight Club ab.

Tom Robbins – Völker dieser Welt, relaxt!, 2002 (Fierce Invalids Home From Hot Climates)

Zunächst verdient das Buch den Preis für die blödeste deutsche Betitelung. Wer hat sich das denn ausgedacht?

Der Roman wird von den richtigen Robbins-Fans immer kräftig verrissen, früher wäre er besser gewesen, und so weiter. Dem kann ich mich nicht anschließen, während ich die alten hippiesken Bücher nicht leiden kann, erklimmt „FIHFHC“ vei mir den zweiten Platz der Tom-Robbins-Charts hinter dem genialen „Skinny Legs And All“.

Bruce Robinson – Die merkwürdigen Erinnerungen des Thomas Penman, 2002 (The peculiar memories of Thomas Penman)

Diese Erinnerungen sind nun wirklich merkwürdig. Sehr eklig, sehr sonderbar, dennoch übte das Buch eine gewissen hypnotische Anziehungskraft auf mich aus. Es braucht aber auch ein wenig Eingewöhnungszeit, um sich an die teilweise rohe Sprache zu gewöhnen.

David Foster Wallace – Schrecklich amüsant – aber in Zukunft ohne mich, 2002 (Shipping Out – A Supposedly Fun Thing I’ll Never Do Again)

Herr Wallace (oder ist es Herr Foster Wallace?) schreibt für gewöhnlich sehr schwierige Bücher, die viel Zeit erfordern. Ganz anders diese Kreuzfahrtbeschreibung im Prospektformat – das liest man in der Wartezeit auf die Straßenbahn locker durch. Danach fühlt man sich gut unterhalten und hasst Kreuzfahrten.

Nick McDonell – Zwölf, 2003 (Twelve)

„Zwölf“ ist ein frecher Ripoff der frühen Bücher von Bret Easton Ellis. Sowohl thematisch, als auch stilistisch. Man merkt deutlich, dass der Autor beim schreiben noch in den letzten Zügen der Pubertät feststeckte. Aber dafür ist das kurze Buch auch ähnlich unterhaltsam und kurzweilig. Nick McDonells Erstling war – für mich irritierenderweise – ein absoluter Liebling der Feuilletons.

Bret Easton Ellis – Lunar Park, 2005

Das kam überraschend! Nachdem Ellis mit „Glamorama“ das bewährte „American Psycho“ – Prinzip nur ein wenig ausgebaut hat, passt „Lunar Park“ gar nicht zum Schema. Viel eher erinnert es an ein Stephen King-Buch, nur in gut.

Max Barry – Chefsache, 2006 (Company)

Das Vorgängerbuch „Jennifer Government“ war natürlich besser, aber da es mir spätestens seit der geplanten Verfilmung zu hypig geworden ist, picke ich ein anderes Max Barry-Buch heraus. Dieses handelt davon, dass eine Firma als großes Versuchslabor für Personalmanagementmethoden genutzt wird. Das wirkt teilweise so nachvollziehbar, dass ich mir seit dem Lesen auf Arbeit oft beobachtet vorkomme…

Jetzt hoffe ich einfach mal, dass der Horst seine Buchentdeckungen auch ansagt, damit es ein wenig abwechslungsreicher für die Leser wird.

Urlaubslektüre die Letzte

„Ein amerikanischer Thriller“

Am Ende sind mir doch tatsächlich die Bücher ausgegangen sodass ich auf eins der Chefin zurückgreifen musste. Aber es hat sich gelohnt. Ein sehr gelungener Krimi (laut Amazon) im Kennedy-USA. Es ist alles dabei von Kommunistenhetze, Mafia, Drogen, Mord und einer Invasion auf Kuba. Am Anfang ist man noch ein bißchen verwirrt aufgrund der Vielzahl der Hauptpersonen. Aber relativ schnell laufen alle Stränge zusammen und es wird eine spannende Geschichte bei der man kaum erwarten kann wie es weitergeht. Und immer wenn man denkt, jetzt ahnt man wie es ausgeht kommt eine überraschende Wendung.
Sehr lesenswert.

 

Reiselektüre VI

„Der Guv’nor“

 

Lenny McLean erzählt in seinem Buch über sein Leben. Aufgewachsen in Außenbezirken Londons. Vom Stiefvater geschlagen und schon früh mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Aber grade das macht in aus und prägt sein Leben. Er hält sich durch „halblegale“ Boxkämpfe über Wasser und als „Beschützer“ von Nachtclubs. Trotz allem baut er eine Familie auf,

die ihm das wichtigste überhaupt ist. Er schafft es das selbst Hollywood auf seine Geschichte aufmerksam wird und sein Leben verfilmen will. Letztendlich reicht es aber doch nur zu einer an ihn angelegten Figur in „Bube, Dame, König, Gras“.

Insgesamt ist eine sehr spannend, interessante Geschichte eines Lebens, dass leider zu früh endet.

 

Reiselektüre V

„Warum tötest du, Zaid?“

Der Autor Jürgen Todenhöfer hat sich in den Irak begeben und eine Familie Abseits der normalen Presseroute besucht. Normale Presseroute heißt soviel wie, die amerikanischen Militärs geben vor was wo gesehen werden kann um das in Filmen, Reportagen, Zeitungsartikeln oder ähnlichem zu verwerten. Genau das wollte der Autor nicht. Er wollte wissen wie die Situation im Irak denn tatsächlich ist (2007). Dabei ermöglicht sein Gastgeber ihm auch, mit den verschiedensten Gruppen der Freiheitskämpfer zu reden. Was man dabei erfährt entspricht nicht mal ansatzweise dem was man so aus den Nachrichten hört. Ein sehr ernstes Buch indem man viel über den Islam lernen kann.

Reiselektüre IV

„Gefangen in Hohenschönhausen“

Auch das war relativ harter Tobak für einen Urlaub. Aber mich persönlich hat es schon immer interessiert. Erzählt werden Geschichten von ehemaligen Insassen von Ende 45 bis 1989. Dabei sind die Geschichten in die einzelnen Jahrzehnte aufgeteilt. So erfährt man wie es war, als es „nur“ ein Kriegsgefangenenlager war, über die Geschichte als Gefängnis des sowjetischen Geheimdienstes bis hin zum Stasiknast. Es ist schon krass wie mit den Leuten umgegangen wurde. Und ich persönlich denke auch, dass ich mich als Ostberliner auch mit diesem Teil der Geschichte befassen muss. Deshalb hab ich auch zusammen mit meinem Bruder beschlossen, demnächst den Stasiknast zu besuchen und die Führung mitzumachen.

Reiselektüre III

„Der Minus Man“

Das Buch ist schon recht harte Kost. Ein Österreicher erzählt von seinem Leben. Als Kind das erste Mal straffällig geworden. Das Verhältnis zum Vater zerrüttet. Das Verhältnis zu Frauen kann man nicht beschreiben. Im Laufe seines Lebens wird er zum Zuhälter, Schläger und Dauerknacki. Ist schon bemerkenswert wie komisch Frauen manchmal sind. Da läßt er eine nach der Anderen für sich anschaffen und die wollen ihn alle heiraten.

Ich hab die ganze Zeit auf das Besondere an diesem Mann gewartet, weil immerhin hat er n eigenes Buch über sein Leben geschrieben, welches auch noch verkauft. Das einzig besondere bleibt aber das Verhältnis zu den Frauen. Trotzdem sehr lesenswert. Das Leben in östereichischen Gefägnissen wird dabei teilweise sehr heftig beschrieben.

Reiselektüre II

„Ich bin kein Berliner: Ein Reiseführer für faule Touristen“

Sehr humoristische Sichtweise auf Berlin und die Deutschen im Allgemeinen. Wladimir Kaminer hat auch schon „Russendisco“ geschrieben. Hab ich bisher noch net gelesen, werd ich jetzt auf jeden Fall aber nachholen.

Mein Highlight “ Warum der Postmann in Berlin immer zweimal klingelt“: „Ich habe sechs Attentate auf meine Person überlebt, vom KGB, BND und dem Roten Kreuz“ 😀

Sehr zu empfehlen für Berliner und welche die es gerne sein wollen.

Reiselektüre I

Urlaub ist für mich auch immer die Zeit, viel zu lesen. Dieses Mal hab ich 7 Bücher fast geschafft. Den Anfang hat „Ist doch ein geiler Verein: Reisen in die Fussballprovinz“ gemacht. Ich dachte mir erstmal was einfach zum Runterkommen. Der Inhalt ist auch schnell beschrieben. Der Autor hat ne ganze Menge Vereine besucht und dazu Anekdoten geschrieben.
Als erstes ist mir aufgefallen, dass der Autor unter „Fussballprovinz“ wohl eher die Ligenzugehörigkeit gemeint ist. Denn Vereine wie Dynamo Dresden, Carl Zeiss Jena oder Chemnitz kann man von den Zuschauerzahlen wohl net als Provinz bezeichnen.
Das Buch an sich liest sich ziemlich schnell und gut. Man erfährt auch interessante Einblicke in einige Vereine. Allerdings find ich persönlich nicht so toll, dass sich die meisten Geschichten um die Insolvenzen oder den Niedergang der Vereine drehen. Bzw. bei den Ostvereinen fast immer um rechte Fangruppen. Ich hatte mehr typische Fangschichten erhofft (z.B. Gruppe A fährt von Bayern nach Schleswig-Holstein feiert mit den gegnerischen Fans usw.).
Mein Highlight war die Geschichte des 1. SC Göttingen 05. Der Verein wurde in der Saison aus dem Vereinsregister gelöscht und vom Spielbetrieb abgemeldet. Zur neuen Saison sollte mit Hilfe einer Fusion wieder gespielt werden. Damit die Fans zusammen und in Übung bleiben, haben sich die Fans quasi zum Mieten angeboten. Aber lest selbst.