Der Androide und ich

Ich hatte ja schon angekündigt, dass ich vom bösen Microsoft zur Datenkrake Google wechseln möchte, das ist jetzt geschehen. Mein neues Handy ist ein HTC Desire, der Horst wird mir das nachmachen.
In vier Jahren Windows mobile konnte ich kaum Fortschritt feststellen. Einzig die daraufgepappte HTC-Oberfläche sorgte dafür, dass sich WM 6 besser anfühlte als WM 5.
Und auch beim Desire findet man eine ähnliche, sonderbar vertraute Oberfläche wieder. Die Uhr sieht gleich aus, das Wetterwidget auch. Daher wirkte das Desire nach dem Anschalten gar nicht sooo revolutionär im Vergleich zu meinem alten HTC Diamond. Ungewohnt ist natürlich das deutlich größere Display – als Einhandbediener tut nach einer Weile die Daumenwurzel weh, weil der Weg zur anderen Displayseite dann doch sehr lang ist. Aber nach einiger Eingewöhnungszeit entwickelt man wohl entweder einen längeren Daumen oder eine kräftige Daumenwurzel – es tut jedenfalls nicht mehr weh.

Am Anfang natürlich gab es die Standardaktionen – viel zu viele Apps runterladen, die sieben (Sieben!) Homescreens mit glänzenden Widgets bevölkern, schauen, wie lange der Akku bei normalem Gebrauch durchhält. Das sind bei mir übrigens um die 15 Stunden, man kommt also gut über einen Tag mit einer Ladung – das klappte bei meinem Diamond damals leider nicht.

Nach drei Wochen mit dem Desire haben wir uns gut aneinander gewöhnt, es funktioniert einfach vor sich hin. Sogar der mp3-player reicht aus, um mal die Wartezeit auf die Straßenbahn zu überbrücken. Leider ist allerdings bei 32 GB Speicher Schluss, allzuviel Musik und Videos passen da nicht in die Tasche. Dafür kann man den Rest der Zeit ja mit tausenden sinnvoller und -loser Apps verbringen, zu denen ich in der nächsten Zeit versuche, hier was zu schreiben.

Das für mich hervorstechendste ist die nahtlose Google-Integration. Da ich schon vorher all meine Daten bereitswillig bei Google abgegeben habe, macht Android für mich richtig Sinn. Egal ob Mails und Kontakte in Gmail, Fotos in Picasa, Termine im Kalender – alles quasi automatisch auf dem Handy. Mit Grausen erinnere ich mich zurück, dass man mal Handys per Kabel an einen Computer anschließen musste, um Daten zu synchronisieren.

Leider heißt es für mich Warten auf Froyo, mein Gerät ist o2-gebrandet und muss wohl noch eine Weile auf das Android-Update warten…

Das Supertalent in meinem Netbook

Ich hatte ja schon über die langsame SSD in meinem Netbook gejammert. Jetzt habe ich was dagegen getan – eine neue SSD werkelt unter der Tastatur.
Für die schnelle Lieferung habe ich dann nicht in den Staaten, sondern bei Alternate bestellt, eine 32GB von Super Talent.
Der Einbau ging supereinfach, Klappe auf, zwei Schrauben lösen, wie einen RAM-Riegel die neue SSD hineinstecken.
Die Installation von UNR karmic brauchte dann keine 15 Minuten, das schnelle Wiedereinrichten des Betriebssystems ist ja in Zeiten von dropbox kein Problem.


Ein Problem hatte allerdings mein BIOS: Die neue SSD ist offensichtlich nicht als primary master gejumpert, das schmeckt ihm nicht. Dies lässt sich aber leicht lösen: Wenn der „Boot Booster“ aktiviert ist, kontrolliert Freund BIOS das nicht mehr. Und um den „Boot Booster“ nutzen zu können, braucht es einfach nur eine 8 MB große EFI-Partition auf der SSD – siehe Bild.

Dann will ich mach zahlen sprechen lasse: Statt einer knappen Minute bootet mein Netbook jetzt in 24 Sekunden, wenn ich es ganz schlank halte und ein paar nice-to-have-Dienste rauswerfe, braucht es 19 Sekunden vom Knopfdruck bis zum voll aufgebauten Ubuntu-Desktop. Die Lesegeschwindigkeit der Platte hat sich mal eben verdreifacht, alles geht flinker und runder. Und nebenbei ist noch doppelt so viel Platz da.

Billig war das ganze nicht, aber der SSD-Wechsel macht sich sicher für alle bezahlt, die viel mit ihrem Netbook machen. Da es mein Rechner Nummer eins ist, bin ich happy mit der Wahl.

Alle meine Handys

Nachdem der Horst ja bereits seine Handyhistorie offengelegt hat, zieh ich mal nach. Bei mir fing der ganze Spaß schon 1995 an. Bei der Rekonstruktion, welches Handy ich denn wann hatte, erwies sich gerade für die ganz lang zurückliegenden Zeiten die Seite handy-sammler.de als praktisch.

Da ich die verschiedenen Geräte alle in irgendwelchen Kisten im Keller versteckt habe in meinem für Außenstehende nicht nachzuvollziehende Ordnungssystem aufbewahre, stehen sie für Fotos nicht zur Verfügung. Deswegen gibts per Klick auf das Handymodell ein Foto aus der Google-Bildersuche in einen neuen Fenster.

Alcatel D1-987, ab 1995

Los gings Mitte der Neunziger mit einem wunderschönen Gerät der Telekom. Sowohl Farbe als auch Format entsprachen einem Ziegelstein. Das Handy hatte kräftige zwei Stunden Stand-By-Zeit, die man ich mit 18 Stunden Aufladezeit beschaffen musste. Zwar sah das Telefon aus, als sollte an einer Ecke ein Münzeinwurfschlitz sein, aber 1995 ein Handy zu haben, war schon cool…

Motorola d160, ab 1996

Mit einem D2-Vertrag gab es auch ein neues Gerät – das war zwar nicht viel kleiner als das Alcatel, aber immerhin schon mal nicht Ziegelsteinfarben. Motorola hat sich offensichtlich überlegt, eine Kombination zwischen Handy und Selbstverteidigungswaffe herzustellen: Durch einen massiven Metallträger konnte man (tatsächlich!) mit dem Gerät Nägel in Wände schlagen… An irgendwelche besonderen Features kann ich mich nicht erinnern, man konnte damit telefonieren, das reichte damals ja schon.

Ericsson GF768, ab 1998

Hässliche Farbe, tolles Handy. Neben dem coolen understatement-display (nur eine Zeile!) konnte man selbst Klingeltöne komponieren! Und SMS schreiben ging wegen zwei Umschalttasten am Rand Wahnsinnig schnell. Wenn nicht Farbe und die blöde Antenne gewesen wäre, wäre ich vollkommen zufrieden gewesen…

Motorola V50, ab 2000

Zum Jahrtausendwechsel gab es bei mir einen Betreiberwechsel, ich kündigte meinen D2-Vertrag und unterschrieb bei Viag Interkom. Für die jüngeren Leser: Vodafone hieß man D2, o2 hieß mal Viag Interkom. Neben der innovativen Homezone gab es ein Brot-und-Butter-Handy von Motorala, das aber wirklich angenehm klein war. Konnte nichts besonders, die vielgelobten Sprachkommandos hab ich nie wirklich benutzt.

Motorola V70, ab 2002

Während alle Welt nach Handys mit Farbdisplay, Spielen und coolen Features lechzten, schwamm ich mal gegen den Strom: Das V70 kann mal gar nichts, sieht aber ausgefallen aus. Hat etwas von einem Flaschenöffner mit Display. Dafür hatte es einen Browser, der aber auch nur theoretischen Nutzen besaß.

Sony-Ericsson K700i, ab 2004

Schweren Herzens habe ich danach das K700i gekauft, eigentlich war es mir zu gewöhnlich. Aber irgendwie gab es zu dem Zeitpunkt bei o2 nichts witziges. Dafür kam ich erstmalig in den Genuss von Kamera, Javaspielen, Farbdisplay, und so weiter. Fand ich schon mal gut, fragte mich allerdings, warum man nicht von der blöden Handybedienung weggeht, wenn es schon die Funktionen eines Computers gibt.

HTC Prophet / o2 XDA Neo, ab 2006

Daher dann zur nächsten Vertragsverlängerung der Sprung zum PDA, damals – in der pre-iPhone-Zeit – war man noch ein ziemlicher Geek mit Touchscreen und mobile internet-Flatrate. Das Prophet hatte natürlich alle Microsoft-Windows-Krankheiten und war unverschämt dick und schwer, trotzdem kann ich mit seitdem nicht mehr vorstellen, ohne Browser unterwegs zu sein.

Motorola Motofon F3, ab 2006

Als Zweithandy neben dem beleibten Prophet habe ich mir das minimalistische F3 gekauft – bei einem Preis von 19,99 € musste ich nicht lange überlegen. Vor allem wollte ich mal ein e-Ink-Disklay in echt benutzen.
Es ist wirklich ein Nothandy, bedient sich schlecht, ist aber gut genug, um „erreichbar zu sein“. Da mein folgendes Haupthandy ähnlich klein ist, befindet sich das Motofon schon länger im Winterschlaf.

HTC Touch Diamond / o2 XDA Diamond, ab 2008

Mein Aktuelles: Wenn Windows mobile irgendwann mal weiterentwickelt worden wäre und der Akku etwas länger halten würde, wäre ich jetzt nicht so scharf auf Android. Das Diamond ist angenehm klein und leicht, die Bildschirmauflösung reicht für die meisten Sachen, mit dem Opera mobile ist browsen auch ein ziemliches Vergnügen. Und das Handy sieht echt gut aus.

Peripheriegeräteevolution

mouse

Die OpenOffice-Maus hat 18 – in Worten: achtzehn – Tasten. Da kann man schon fast von einer Maustatur sprechen. Meine Idee für die nächste Generation Eingabegerät: Eine Tastatur, die beim hin- und herschieben den Curser bewegt…

Diese Maus kostet 75 $, das sind gerade mal 4,17  € pro Taste. Leider sind keine 26 Tasten dran, sonst könnte man die Buchstaben darauf programmieren…

(gefunden bei gizmodo)

Always change a running system

An die Philosophie „never change a running system“ glaube ich nicht. Wo bleibt denn da der Spaß?
Bei meinem Netbook ist jetzt mal wieder ein Punkt erreicht, bei dem es mir in den Fingerspitzen kribbelt – ich will daran herumbasteln. Und natürlich soll es dabei auch schneller werden, mehr Platz haben und auch schöner aussehen. (Na gut, das letzte ist mir egal)

Was läge da näher, als die SSD zu wechseln? Jetzt ist ein 16-GB-Chip mit wenig mitreißenden Schreib- und Leseraten darin. Allerdings scheinen SSDs noch immer nicht so im Preis gefallen zu sein, wie ich mir erhofft habe. midigitaldiscount.com scheint der online-Laden der Wahl für Ersatz-SSDs zu sein – und da wollen sie für die schnelle 32-GB-Variante vermessene 120 $. Das sind immerhin 80 € in harter Währung. Und das erscheint mir ein bisschen happig für 16 GB mehr Platz.

Aber mein Dilemma ist jetzt gelöst: Ich gewinne eine 64-GB-SSD beim Gewinnspiel von netbooksnews.de, bei dem ich natürlich hiermit mitmache. Ach, manchmal ist die Lösung eines Problems so leicht!

Ausprobiert: Moblin 2.0

moblin

Im Vorfeld des nahenden Ubuntu 9.10 wollte ich auch mal einer anderen Distribution eine Chance geben: Moblin. Moblin kommt von Intel und ist ein ziemlich abgespecktes Linux speziell für Netbooks. Ich hab es auf meinen EEE 901 go probeweise installiert.

Die Installationsdialoge sehen etwas zusammengebastelt aus, entsprechen inhaltlich aber den üblichen Ubuntu-Masken. Das größte Werbeargument von Moblin ist die Bootzeit. Und tatsächlich: Von Knopfdruck bis Desktop dauerte es bei mir gerade mal 12 Sekunden, das ist super. Wenn man dann auf dem Desktop angekommen ist, sind alle Sachen etwas anders, als man sie von anderen Distributionen kennt, aber vollkommen selbsterklärend. Die Oberfläche wirkt, als wenn man sie eher per Touchdisplay als mit dem Mauszeiger bedienen sollte. Sonst ist es recht minimalistisch: Es gibt einen Browser (etwas anders aussehender Firefox), einen Mailclient (etwas anders aussehender Evolution), einen Instant-Messaging-Client (etwas anders aussehender Empathy) und eine große Portion Social Networking – Twitter, Facebook und co. sind in die Oberfläche integriert. Das alles lässt sich ausgesprochen flüssig bedienen. Aber insgesamt ist es eher ein minimalistisches Netbook-OS à la Xandros als ein volles Betriebssystem. Der Ansatz ist für mobile Geräte sehr gut gewählt, noch fehlen aber auch moblinisierte Programme für die hübsche Oberfläche.

Das Todesurteil für Moblin kam per Netzwerk: Mein integriertes 3g-Modem (das „go“ bei 901 go) wird nicht erkannt, und ich konnte das auch nicht ändern. Dabei ist mir aufgefallen, dass es generell noch recht wenig Community für Moblin gibt. Das andere K.O.: Mit jedem Neustart vergaß das OS mein verstecktes WLAN. Blöd.
Deswegen: Weg mit Moblin, vielleicht versuch ich’s bei Version 3 oder 4 nochmal…

Nachtrag: Die frische Version 2.1 soll 3g unterstützen.

Sennheiser CX 300 II

Sennheiser CX 300 II

Meine Kopfhörer sind letzte Woche wegen, ähem, unsachgemäßer Aufbewahrung kaputt gegangen. Also musste Ersatz her. Meine Bedingungen: Es sollten in-ear-Kopfhörer mit asymmetrischem Kabel sein. Und das bitte für wenig Geld, Kopfhörer halten bei mir nicht lange durch, da ich nicht allzu zärtlich mit ihnen bin.

Meine Wahl fiel auf die Sennheiser CW 300, ein Einsteigermodell für 30 Euro.

Die Kopfhörer kommen mit drei Auswechsel-Ohrsteckern und einer Aufbewahrungstasche, die ich gleich mal weggelegt habe, da ich sie ohnehin nie benutzen werde. (vielleicht halten meine Kopfhörer deshalb nicht so lange durch?)

Die Kopfhörer passen ausgezeichnet, offensichtlich habe ich für Sennheiser mittelgroße Ohren. Die Kabel sind angenehm glatt beschichtet, so dass sie nicht an der Kleidung „kleben bleiben“. Alle Verbindungen wirken kräftig genug, um eine Weile mit mir zu überstehen. Noch bin ich allerdings vom Stecker verwirrt, der recht groß und 90 Grad abgewinkelt ist. Ich weiß noch nicht, was ich davon halten soll. Bis jetzt stört er noch nicht, Vorteile konnte ich allerdings auch nicht ausmachen. Die typischen, bauartbedingten Nachteile von in-ears sind natürlich auch da: Bei ausgeschalteter Musik klingt jeder Lufthauch am Ohr wie ein Sturm, jede Berührung des Kabels wird dumpf in’s Ohr übertragen.

Aber das wichtigste sollte ja ohnehin der Klang sein, und ist tatsächlich für einen günstigen Kopfhörer ganz gut. Die Höhen dominieren etwas, aber insgesamt macht er einen sehr ausgewogenen Höreindruck. Die Bässe sind angenehm akzentuiert, dafür nicht sehr druckvoll. Also kein Hörer für Boom-Boom-Musik-Freunde.

Insgesamt bin ich mit den Sennheisern sehr zufrieden, gefallen mir wesentlich besser, als die etwa gleichpreisigen Philips, die ich zuvor im Einsatz hatte.

Taube 1, DSL 0

Nur ein kurzer Link für zwischendurch: Im Duell Brieftaube gegen DSL-Leitung hat die Taube haushoch gewonnen. Aufgabe war es, 4 GB Daten 60 Meilen (knapp 100 km) durch Südafrika zu transportieren. Als der Vogel schon da war, stand die Fortschrittsanzeige noch bei 4 %.
Von wegen, heutzutage geht alles schneller und schneller! Die gute alte Brieftaube gewinnt – und das auch noch wireless!