Horst vs. Rabbit

In der Tour de France freien Zeit suchen der Hase und ich trotzdem den Wettbewerb. Unsere Wahl ist auf die NBA gefallen, eine kleine Basketballliga in den USA. Wie aus dem blog ja schon zu erfahren war, ist der Hase unerklärlicherweise NY Knicks Fan. Während meine Wahl auf den Meister 2010/11 die Chicago Bulls gefallen ist. Daraus ist eine kleine Wette entstanden bei dem Derjenige dessen Team am Ende der regulären Saison schlechter dasteht für ein modisches Highlight sorgen wird. Momentan siehts gut aus für mich. Den ersten Showdown haben die Knicks glücklich gewonnen. Zum zweiten kommts am ersten Weihnachtsfeiertag. Da werd ich wohl dieses Jahr keine Weihnachtsgrüße vom Hasen erhalten 😀

Aber keine Sorge, wir verstehen uns immer noch gut. Was man z.B. an unserer Startaufstellung der Eastern Conference fürs All-Star Game sieht:

Eastern (White Rabbit):
Danilo Gallinari New York Forward
Amare Stoudemire New York Forward
Raymond Felton New York Guard
Derrick Rose Chicago Guard
Joakim Noah Chicago Center

Eastern (Horst):
Luol Deng Chicago Forward
Amare Stoudemire New York Forward
Raymond Felton New York Guard
Derrick Rose Chicago Guard
Joakim Noah Chicago Center

Auslaufendes Verträgchen, wechsel Dich!

Es ist schon faszinierend, ein paar Monate vor dem Mega-Free-Agent-Sommer werden eigentlich keine Spieler mehr getauscht, es geht eigentlich nur noch um auslaufende Veträge. Vor einigen Jahren wäre die Schlagzeile „McGrady geht nach New York“ noch eine Sensation gewesen, jetzt ist eigentlich nur interessant, wie viel Geld T-Macs auslaufender Vertrag im Sommer sparen wird.

So haben die Knicks fast alle vertickt, die langer als bis zum Ende der Saison gebunden sind – längere Verträge haben jetzt nur noch vier Spieler: Gallinari, Chandler, Douglas, Eddy Curry. Für den dicken Eddy gab leider wieder keinen Abnehmer, vielleicht bekommen sie ihn in der nächsten Saison für eine Nachbesserung getradet.

Nach den gestrigen Wechseln werden die Knicks Geld genug für zwei Maximalverträge im Sommer haben – sicher aus dem Pool LeBron James, Dwayne Wade, Chris Bosh, Joe Johnson. Wenn man jetzt noch einen guten Spieler für eine midlevel exception bekommt, und einen gescheiterten Veteranen für einen Minimalvertrag, könnte es vielleicht sogar mal für die Playoffs reichen. Wenn McGrady in den restlichen Spielen dieser Saison ohne Krücken das Feld betreten kann, könnte er ja sogar eine Zukunft als Bankspieler in New York haben.

Bis dahin wird der Ligaalltag im Big Apple bestimmt wenig erfolgreich, aber unterhaltsam sein – mit Jared Jeffries spielt jetzt der einzige Vertreidiger der Knicks in Houston.

Allerdings sind auch die anderen Teams nicht untätig gewesen – in mehreren anderen Städten gab es „Alles muss raus“-Basars, um für den Sommer viel Geld übrig zu haben. Sicher wird auch Chicago ein wichtiger Player bei der Jagd nach Stars im Sommer sein…

Allerdings gab es auch „richtige“ Trades: Die Cavs bekommen Antawn Jamison von Wizards sowie Bassy Telfair, um King James den Abschied im Sommer etwas schwerer zu machen. Die Mavs wechseln einen launischen Josh Howard gegen Caron Butler und Brendan Haywood ein, haben so endlich mal einen richtigen Center. Die Celtics verstärken sich mit Nate Robinson – das halte ich für einen Trugschluss, da Kryptonate von den Knicks kommt, ist er sicherlich verflucht.

Die Rockets bekommen für Tracy McGradys Überreste und Vorzeigehustler Carl Landry Kevin Martin, Jared Jeffries und Jordan Hill, der jetzt vielleicht sogar mal mitspielen darf – in New York wurde der Rookie quasi nie eingesetzt.

Aber um Rookies müssen sich die Knicks keine Gedanken mehr machen – im in den nächsten Jahren gibt es keine draftpicks für New York, gingen alle drauf für verschiedene auslaufende Verträge…

Danke, Gartenstaat!

Danke!

Wenn es darum geht, sich über New Jersey lustig zu machen, bin ich für gewöhnlich immer gern dabei. Aber in dieser NBA-Saison bin ich echt dankbar, dass es die Dörfer außerhalb New Yorks gibt. Die Nets haben es nämlich mit ihrem phänomenalen 0:14-Start geschafft, dass die Knicks nur Vorletzter der Conference sind. Vielen Dank nach East Rutherford!

Dieses Jahr doch kein Titel

Leider wird’s für die Knicks dieses Jahr doch nicht mit dem Titel klappen. Knicks-Fans müssen jetzt sehr stark sein: Eddy Curry hat sich verletzt.

Und Eddy Curry ist ja DER Hoffnungsträger im Big Apple. Er hat in der letzten Saison 5 Punkte und 4 Rebounds geholt – und zwar in der gesamten Saison von Oktober bis April. Und dafür mussten ihm die Knicks gerade mal 10’000’000 $ überweisen.

Spaß beiseite: Eddy Curry ist wohl der größte Patzer, den sich Isiah Thomas als GM geleistet hat. Es wird sich sicher kein Team finden, dass das dauerverletzte, unmotivierte, übergewichtige, defensivschwache, herzkranke Dauertalent übernehmen wird. Also wird der Herr mit dem Nachnamen einer Gewürzmischung wohl seinen sechs-Jahre-sechzig-Millionen-Vertrag in New York absitzen und dann vermutlich mit 29 Jahren in Rente gehen. Vielleicht lässt sich in ein, zwei Jahren aber auch ein Abnehmer für seinen auslaufenden Vertrag finden – dann sitzt Eddy in einer anderen Stadt bis zur Rente.

Ein wahrer Fan

Die Knicks hatten als Vorbereitungsspiel Maccabi Tel Aviv zu Gast. Nach seinem zweiten technischen Foul wurde Maccabi-Coach Pini Gershon freundlich aus der Halle gebeten, allerdings hat er sich so intensiv geweigert, dass er erst unter dem Einsatz von Sicherheitskräften, Schiedsrichtern, seinen Spielern und eines Rabbis gegangen ist.
Für mich ganz klar: Wenn ich einen Platz direkt am Feld im MSG hätte, würde ich auch nicht gehen wollen.

Hier noch ein pixeliges Video davon, ab 1:20 wird diskutiert.

Quo vadis, #42 & #4

Während Allen Iverson eventuell ein neues Team gefunden hat, schweben David Lee und Nate Robinson von „meinen“ Knicks noch immer im luftleeren Raum. Sie sind beide free agents, könnten also zu irgendeinem Team wechseln, oder auch in New York bleiben.
Im Big Apple sind die beiden die absoluten Favoriten der Fans. Als Chris Duhon im letzten Jahr mit 22 Assists einen Franchise-Rekord aufgestellt hat (Juhuu! Ich war dabei!), interessierte das so recht keinen in der Halle. Schließlich hatte David Lee ja einen (zugegebenermaßen sehr) guten Abend. Und einem 1 Meter 70 – Flummy wie Nate Robinson gehören schon aus Prinzip die Herzen der Fans.
Ob das bei anderen Vereinen auch so wäre, wage ich – im Falle David Lee – zu bezweifeln. Eigentlich ist er nur ein sehr guter Hustle-Player, der wahnsinnig solide spielt. Und dafür hat er sicher auch in der nächsten Saison viel Zeit in New York – mit Jordan Hill und Danilo Gallinardi hat er zwei unerfahrene Mitstreiter, neben Al Harrington und Darko Milicic ist noch genügend Platz. Im Zweifelsfall läuft #42 wieder als Center auf, denn richtige Center gibt’s ja bei den Knicks gar nicht mehr.
Nate Robinson nun wieder könnte sicher bei so manchem Verein ein paar Zuschauer anziehen. Spektakulär, Slam-Dunk-Champion – das füllt doch die Sitze!
Ich vermute, beide bleiben die nächste Saison bei den NYK und spekulieren darauf, dass die weiter bleiben können, wenn der König kommt und 10 Meisterschaften in Reihe in den Big Apple holt.