Live: Feist

Letzte Woche hab ich mir Frau Leslie Feist in live angehört. Die macht gerade eine Tour für ihr letztes Album, dass ich passenderweise noch nicht gehört habe. Generell würde ich mich nicht als Feist-Fan bezeichnen, für die unaufgeregte Nacharbeitsabendbeschäftigung allerdings passt das schon.

Das Publikum bestand zu 75 % aus Zooey Deschanel-wannabes nebst unwilligem Partner, der Rest waren die 48-jährigen Damen, die ich für gewöhnlich Samstag morgens im Bioladen sehe. Generell herrschte eine recht weibliche Athmosphäre. Die “Vorband” war dann ein einsamer Typ mit akustischer Gitarre, der folkige Liebeslieder in den sich füllenden Saal rief. Er tat mir ein wenig leid.
Der Hauptact war dann für mich ähnlich unvorbereitet – ich weiß nicht viel über die Musik der Kanadierin. Mein Background war “ehemalige Punkbandsängerin – ein Hit mit nem Apple-Werbespot – drei Soloalben”. Daher waren meine Eindrücke recht unvoreingenommen. Zunächst fiel mir auf, dass Frau Feist recht gitarrenbegeistert ist. Im Rahmen der zwei Stunden spielte sie vielleicht 8 Gitarren, kaum mal durfte das gleiche Modell für zwei Songs in Folge auf der Bühne bleiben. Das sorgte für unangenehm lange Pausen und gab dem ganzen Konzert eine sehr statische Grundstimmung. Passend dazu besteht die Band unter anderem aus einem “Universalinstrumentalisten”, der auch seine Zeit für die ständigen Wechsel zwischen Gitarre, Keyboard, Schlagzeug, Klangholz und ulkigen anderen Geräuschgebern braucht. So richtig dynamisch war es also leider nie, was schade ist, denn die unverschachtelten paar Songs, die mit nur vier Instrumenten und ohne Zwischenwechsel auskamen, wirkten auf mich wesentlich unterhaltsamer.
Unterm Strich war aber ein angenehmer Abend, allerdings eher ein gut geplantes Konzert als eine sich entwickelnde live show.

Kröm de la Kröm

Gestern abend war es soweit, Kurt Krömer war in Frankfurt. Okay fangen wir erstmal mit den negativen Sachen an. Zur gleichen Zeit war leider auch der MediaMarkt-Proll aus Berlin (nennen wir ihn Mario B.) in der Ballsporthalle. Dementsprechend war das Verkehrsaufkommen ziemlich groß und wir hätten es beinahe net pünktlich geschafft.

Das zweite negative war, dass Herr Krömer mit einer Viertelstunde Verzögerung begann und leider auch keine Videoleinwand dabei hatte. So war es doch etwas schwer seine Mimik und Gestik zu erkennen, wenn man so kurz entschlossen ist wie wir.

Aber ansonsten war die Show der Hammer. Ich kanns jedem nur empfehlen. Es fehlen zwar die gaaaaanz großen Erinnerungsbrüller a la Pummelfee oder Kakbratze, aber trotzdem war es das beste was ich bisher live gesehen hab. Der bitterböse Humor des Herrn Krömer hat mich durchgehend vom Platz geworfen. Unvergessliches Highlight sein Auftritt als Batman.

Also wer die Chance hat ihn live zu sehen, nix wie hin.