Einige lose Gedanken zum Thema Fernsehserien am Beispiel von Mad Dogs

Ich habe keinerlei passende Fotos zum Thema Belize gefunden.
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Mad Dogs ist eine von Amazon produzierte Serie, deren erste Staffel vor einer Weile veröffentlicht wurde. Eine ganze Weile zuvor gab es einen interessanten Ansatz, für mehrere Serien wurde eine Pilotfolge produziert, online gestellt und die Zuschauer wurden um Feedback gebeten, welche Pilotfolge wie gut gefiel. Und von den vermutlich beliebtesten wird eine ganze Staffel gemacht. Als erstes hatte es so die durchwachsene Philip K. Dick-Adaption The Man in the High Castle geschafft, danach gab es eben auch eine ganze Season Mad Dogs. Während ich bei erstgenannter gerade mal drei Folgen weit kam, habe ich bei zweitgenannter jetzt die komplette Staffel hinter mich gebracht. Die folgenden Zeilen enthalten vermutlich inhaltliche Vorwegnahmen, wenn Du also Spoiler vermeiden möchtest, geh flink zu Amazon, schau die Serie an, wir sehen uns in ungefähr 8 ½ Stunden wieder.

Ich habe keinerlei passende Fotos zum Thema Hunde gefunden.
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Erstmal zum offensichtlichen, Mad Dogs ist das US remake einer britischen Serie, die Handlung wurde von Mallorca nach Belize verlegt. Interessanterweise spielt Ben Chaplin sowohl im Original als auch in der Kopie mit. Die restliche Besetzung besteht aus diversen bekannten Gesichtern. Michael Imperioli (Sopranos), Romany Malco (Weeds), Steve Zahn (Nebenrollen in gefühlt jedem zweiten mittelprächtigen Film der letzten 20 Jahre), Billy Zane (Twin Peaks, Titanic, Back to the Future,…), Ted Levine (Schweigen der Lämmer, Monk). Die Serie stellt also gleich sicher, dass man ab Start ein vertrautes Gefühl hat, irgendwen kennt man ja auf jeden Fall schon.
Stilistisch wirkt Mad Dogs sehr wie Weeds, zwischen krass schockierenden und abstrakt komischen Momenten. Die Staffel ist zehn Folgen lang, was im Vergleich zu sonstigen Serien mit 20+ Folgen-Staffeln recht kurz wirkt. Allerdings waren mir schon die zehn Folgen zu viel, zwischendurch wirkt es arg, als müssten drei oder vier Folgen irgendwie gefüllt werden. Die Methode ist dabei stets, noch mehr Nebenhandlung, noch mehr sonderbare Ideen, noch mehr absonderliche Wendungen einzubauen. Und so hat Mad Dogs eine sehr moderne Erzählstruktur. Es ist ganz und gar keine prozedurale Serie, bis auf das vorspannersetzende Standbild gibt es keine Ähnlichkeiten zwischen den einzelnen Folgen. Auch ist die Handlung zu durchbrochen, als dass man von einem linearen Aufbau über die Staffel hinweg sprechen kann. Für mich wirkte daher die Einteilung der einzelnen Folgen etwas erzwungen, ein paar Folgen ähneln sich, einige stehen atmosphärisch allein. Ich glaube, mir hätte besser gefallen, wenn die story in weniger und größeren Häppchen erzählt würde. Drei oder vier 90-Minuten-Folgen à la Sherlock würden vielleicht gut passen. Ich finde, dieses Miniserienmodell eignet sich gut, um Inhalte einzufangen, die zu groß für einen Film und zu komplex für viele Serienfolgenhäppchen sind.
Glücklicherweise wird es von Mad Dogs keine zweite Staffel geben, die gestreckte erste Staffel würde mich vermuten lassen, dass eine Fortsetzung nicht besser würde. Auch war ich zufrieden mit dem Ende, in mir fragte nichts danach, wie es jetzt weiterginge.

Ich habe keinerlei passende Fotos zum Thema Drogen gefunden.
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Ich kann durchaus den Charm einer traditionellen Serie nachvollziehen. Dieses wohlige Gefühl, dass man nicht nur die vertrauten Darsteller immer wieder sehen kann, sondern auch stets den vertrauten Folgenaufbau vorfindet. Jedoch denke ich, dass bei so einer Serie mit formulaischem Aufbau gar nicht wichtig ist, ob sie einem überhaupt gefällt. Ich denke, beim Schauen einer Serie setzt nach einigen Folgen so etwas wie das Stockholm-Syndrom ein. Die reine Vertrautheit, die sich nach wenigen Folgen einstellt, sorgt meiner Meinung nach dafür, dass man die Serie dann doch mag, auch, wenn man sie initial doch gar nicht so gut fand.
Bei all dieses neumodischen Serien, die eine ambitioniertere Struktur vorweisen, bleibt das weitgehend aus. Zwar sieht man immer wieder die gleichen Leute, aber ich denke, dass gerade der immer gleiche Aufbau viel der schnell wachsenden Vertrautheit ausmacht.
Um das auszugleichen, müssen die Charaktere einer Serie mit ausschließlich folgenübergreifendem Handlungsbogen schnell viel Bindung herbeiführen. Das macht Mad Dogs ganz passend. Schon, dass der Hauptcast aus vier recht unterschiedlichen Typen besteht, bringt das Potential, dass sich jeder Zuschauer irgendwie wiedererkennt. Die Nebenrollen bestehen fast ausnahmslos aus sehr starken, sehr krassen Charakteren, was es einfach macht, sie sich sofort einzuprägen und so einen schnellen Bezug herzustellen.

Daher illustrieren diese zufälligen Vogelbilder den Artikel.
Daher illustrieren diese zufälligen Vogelbilder den Artikel.

Ich fand Mad Dogs spannend und spaßig genug, um die ganze Staffel dabei zu bleiben, und hatte auch zwei oder drei mal am Ende einer Folge das Bedürfnis, gleich weiter zu schauen. Allerdings, wie oben schon beschrieben, bei einigen Folgen blieb eher ein dezent gelangweiltes Gefühl zurück, ein bisschen mehr Kompaktheit hätte ich da schön gefunden, und das trotz meines offensichtlichen Hangs zu Abschweifungen.
Mir haben auch die Produktion und das Produktionsdesign gefallen, das war etwas, was mir die andere Amazonserie Man in the High Castle sehr verleidete, weil diese immer billig aussah.
Wo für mich Mad Dogs richtig brillierte, waren die Nebenrollen. Die Serie lebt sehr vom stetigen Strom dazukommender Charaktere und verliert an drive, wenn man eine ganze Folge ohne neue Personen verbringen muss. Allesamt sind ausgefallen und überzeichnet. Aushängeschild ist sicher der kleinwüchsige katzenkopftragende Auftragskiller, der schon in der ersten Folge auftaucht, aber bis auf die vier Haupthelden und wenige Ausnahmen ist in Mad Dogs keiner normal oder langweilig. Und so zeigt die Serie viele Folgen lang, wie vier vermeintlich langweilige Typen in einer Welt von bedrohlich sonderbaren Personen leben, die der Artenvielfalt der lokalen Flora und Faune entspricht.
Leider hat dies zum Nebeneffekt, dass die durchaus interessante Innendynamik der Gruppe etwas in den Hintergrund rückt, weil der Kontrast zwischen den normalen Touristen und der feindlichen Außenwelt einfach deutlich spektakulärer ist. Aber man kann nicht alles haben.
So oder so, von meiner Seite aus Schauempfehlung, auch wenn, wie eben beschrieben, nicht alles super-duper ist. Aber wo ist es das schon? Außerdem, Mad Dogs gibt es bei Amazon gratis für prime-Kunden.

Links aus dem Artikel:
Mad Dogs
The Man in the High Castle
Ben Chaplin
Michael Imperioli
Romany Malco
Steve Zahn
Billy Zane
Ted Levine
Stockholm-Syndrom

Herbstzeit, Fernsehserienzeit

Alle Jahre wieder startet im Herbst die US-Seriensaison. Ich habe mir mal angeschaut, was dieses Mal an neuen Serien dabei ist, grob rausgesiebt, wovon mir schon beim Lesen der Beschreibung schlecht wurde und den Rest in eine Liste gepackt. Und hier sind die 25 Serien, von denen ich zumindest versuchen werde, den Piloten zu sehen – und da sind schon jede Menge Sachen dabei, die echt schlimm aussehen… Aber für die Wissenschaft gehe ich auch dahin, wo’s wehtut.

666 Park Avenue (ABC)
Jemand hat Devil’s Advocat geschaut und gedacht, ach, eine schöne Wohnung, die man in NYC vom Teufel bekommt, da sollte man mal eine Serie draus machen. Sieht ziemlich übel aus, aber versuchen kann man es ja mal. Nur am Rande, seit Reaper finde ich, dass Satan immer von Ray Wise gespielt werden sollte. Und auch, dass Ray Wise ausschließlich in diese Rolle besetzt werden sollte.

Animal Practice (NBC)

Das sieht nach nem Flop aus, aber es enthält Justin Kirk aus Weeds als die Veterinärvariante von House. Und eine Suizidkatze. Ich freu mich drauf!

Arrow (CW)

Das hat das Potential zum Superfremdschämen! Eine verschwundener Milliardär wird zum ernsthaft maskierten Rächer mit Pfeil und Bogen. Hach das wird wehtun!

Weiter geht es nach dem Klick…

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Serien 11/12

Ich mag es sehr, neue Serien “auszuprobieren”. Bei den seit Herbst im US-Fernsehen gestarteten habe ich einige angetestet. Das reichte vom nur-den-Pilot-schauen bis zu ganzen Staffeln. Meine Eindrücke:

Awake
Kam als mid season replacement etwas später, hier meine Piloterfahrungen. Obwohl die Serie echt eine gute Grundidee und Ausführung hat, fehlt mir nacht drei Folgen die Motivation, weiterzuschauen. Schade eigentlich.

Noch konnte ich nichts zu einer Deutschlandausstrahlung finden.

Bent
Bäääh. Ganz langweilige rom com, da wirkte schon die Pilotfolge abgestanden. Ein chaotischer Handwerker fängt an, das Haus einer kontrollierten soccer mom umzubauen. Und sie hassen sich natürlich, weil sie ja ach so unterschiedlich sind. Man kann echt total gespannt sein, wie diese Story weitergeht. Gähn.

Eventuell bleibt Deutschland davon verschont, noch keine Infos zur Ausstrahlung hier gefunden.

Charlie’s Angels
Noch hirnloser als der zweite Film. Dafür nicht so gut produziert. War zu recht ein Riesenflop, der nach ein paar Folgen abgesetzt wurde.

Aber diese paar Folgen wird in Deutschland bei AXM im pay tv ab 17.05.2012 ausgestrahlt.

Bevor ich die ganze Startseite zuschreibe, mehr gibt’s nach dem Klick…

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Don’t Trust the Bitch in Appartment 23

Und mal wieder ist es Zeit für eine Pilotfolgenbesprechung… Diesmal nicht das übliche 40-Minuten-Drama, sondern eine 20-Minuten-Sitcom.
Die beschriebene bitch in appartment 23 ist die ünermüdliche Seriennebenrollendarstellerin Krystin Ritter, die es sich in der Serie zur Gewohnheit gemacht hat, WG-Mitbewohner in ihre Wohnung zu lassen, um sie dann so zu in den Wahnsinn zu treiben, dass die Mitbewohner aufgeben und eine wichtige Lektion über Vertrauen lernen.
Das passiert auch mit dem zuziehenden Landei, und den Piloten über darf man sich daran erfreuen, mit welchen skurrilen Methoden die Mietervertreibung durchgeführt wird.
Apropos skurril: Bis auf die langweilige zugezogene Hauptheldin sind alle Charaktere der Serie etwas sonderbar. Und der König von sonderbar ist “Dawson” *kreisch* James van der Beek, der sich selbst darstellt. Und das ist überraschend angenehm und sehr lustig.

Insgesamt waren die 20 initialen Minuten sehr unterhaltsam, allerdings befürchte ich, dass der Inhalt für viel mehr als eine Folge nicht reichen wird. Denn wenn bei der nächsten Folge dann Krystin Ritter übertrieben sonderbar und James van der Beek total selbstironisch ist, wird sicher der Überraschungseffekt fehlen.
Dennoch werde ich die Folge zwei anschauen. Die läuft nach etwas Pause dann 18. April in den USA. Über eine Deutschland-Ausstrahlung hab ich noch nichts gefunden.

Missing

Ich hab mal wieder einen Trailer für eine gerade gestartete Fernsehserie angeschaut, diesmal war es Missing. Das scheint ein recht beliebter Name zu sein, ich meine nämlich nicht den einen Film, den anderen Film oder gar die andere Serie mit gleichem Namen.
Das Missing, das ich meine gibt zunächst mit einem Halbstaraufgebot an – Ashley Judd und Sean Bean sind im Aufgebot.

Die Story klingt bekannt, aber theoretisch nicht schlecht. Ashley Judds Mann (= Sean Bean) stirbt angeblich mittels einer Autobombe. Zehn Jahre später geht der gemeinsame Sohn nach Italien, um dort zu studieren. Uuund verschwindet dort – das erklärt den Serientitel… Ashley Judd fliegt hinterher, um – ganz die protektive Mutter – nach dem Sohn zu suchen. Und damit das nicht eine Serie wird, in der eine Mutter von europäischen Einwohnermeldeamt zu Einwohnermeldeamt tingelt, ist sie eine ehemalige CIA-Agentin, die neben irren Kampfkunstkenntnissen auch noch ein intaktes Agentenhilfenetzwerk über Europa verteilt hat. Und natürlich versucht das CIA, sie einzufangen, während sie versucht, böse Söhneentführer einzufangen.

Es handelt sich also prinzipiell um eine Kombination aus Taken/96 Hours oder 24 mit Alias und der Bourne- Reihe. Könnte also eine wenig innovative, aber gut anzuschauende und kurzweilige Serie sein.

Könnte.

Ist aber nicht.

Überhaupt nicht.

Die Missing-Pilotfolge ist so was von schlecht. Und zwar so gut wie jeder Aspekt davon. Ashley Judds abwechselnde Darstellung der besorgten Mutter sowie der kaltblütigen CIA-Agentin sind in beiden Fällen so karikaturhaft übertrieben, dass es unfreiwillig komisch wirkt, sobald sie eine Dialogszene hat.
Zwar spielt die Serie auf dem papier an atemberaubenden Schauplätzen, allerdings glaube ich nach dem Piloten, dass keine einzige Minute außerhalb eines Studios in L.A. gedreht wurde. Manche Szenen sehen so green-screenig aus, als ob sie direkt aus einem 50er-Jahre-Film kämen.
Für die “atemberaubende” Verfolgungsjagd klaut sich die Hauptheldin eine 50-km/h-Vespa, die sich so entwickelnde slow motion-Szene wird dann dadurch dynamisiert, indem die Kameraführung wackelig wie ein Handyvideo ist.
Nur die Kampszenen gehen ganz in Ordnung, wenn gleich sie im Piloten mit über die Maßen übertriebenen swish-Geräuschen hinterlegt sind.

Mein Fazit:Eine schon oft gesehene Story wird ganz schlecht umgesetzt. Ab Folge zwei sucht Frau Judd bitte ohne mich weiter.

Missing läuft auf ABC, über eine Ausstrahlung in Deutschland hab ich noch nichts finden können.

Huch! Rodman in den Nachrichten

Dennis Rodman ist so was wie der gemeinsame Basketballnenner für Horst und mich, damals vor gefühlten 25 Jahren fanden wir den wohl beide cool. In letzter Zeit ist es recht still um den bunthaarigen, buchschreibenden Ex-Basketballer geworden.
Jetzt gibts mal wieder News, offensichtlich vermelden sein Anwalt und seine Finanzberaterin, dass er pleite ist und auf Grund seines Alkoholismus auch so richtig gar kein Geld mehr könne… Während seine Ex-frau behauptet er hätte genug Geld und solle gefälligst Unterhalt bezahlen.
Das ist prinzipiell total langweilig, aber die „Nachricht“ scheint groß genug zu sein, dass sie unerklärlicherweise bei Google etwas trendet.
Mir kommt das ausgesprochen komisch vor, beim Erklärungsversuch lehne ich mal ganz weit aus dem Fenster. Ich tippe mal auf eine baldige reality tv show mit Familie Rodman.
Wenn es sowas bald gibt, erwarte ich dann eine Gewinnbeteiligung fürs Voraussehen.
Wenn es doch keine Serie gibt, war dieser Artikel nur ironisch gemeint.

Downton Abbey

Downton Abbey sollte mir eigentlich gar nicht gefallen. Ein britisches, historisches Gesellschaftsdrama, dass fast theaterstückartig mit einem Ensemble auf relativ kleinem Raum spielt. Aber irgendwie hat es mich nach wenigen Folgen echt gepackt, irritierenderweise bin ich gespannt, wie das Ganze weitergeht.

Das Setting ist schnell erklärt. England, Anfang des 20. Jahrhunderts. Downton Abbey ist der Stammsitz einer aristokratischen Familie. Durch den Untergang eines eines unsinkbaren Schiffes verliert die Familie die bislang angenommenen Erben des Jackpots und muss mit den mittelständigem Nächsten in der Erbfolge vorlieb nehmen.

So langweilig dass auch klingt, die Serie lebt für mich von dem ständigen, mir weitgehend unbekannten Spannungsfeld zwischen den verschiedenen Schichten der Stammsitzbewohner und des Personals. Ebenso wie es eine unsichtbare Rangliste unter den adeligen Abkömmlingen gibt, haben auch die (vielen!) Hausbeschäftigten eine feste Hackordnung.
Die feinen Unterschiede drücken sich in Sprache, Kleidung und völlig unsinnigem aber selbstverständlichem Verhalten aus.

Ich bin mir sicher, dass sich der Reiz recht schnell erschöpft, aber für ein paar Folgen kompletter Andersartigkeit zu den gewohnten US-Serien macht Downton Abbey schon Spaß.
Wie immer, allerdings bei dieser Serie besonders sinnvoll: Im Original gucken. Sprache, Dialekte, Akzente sind tatsächlich entscheidend für die Serie.

Awake

Nach dem quälenden Touch jetzt eine Pilotfolge, die ich wirklich gern geschaut habe: Awake hat eine recht verwandte Basisgeschichte, geht aber in eine ganz andere Richtung.
Warnender Hinweis: Zu Wissen, worum es in der Serie geht, nimmt dem Pilotschauen die größten WTF?!?-Momente. Also seid entweder vergesslich oder lest nicht weiter.

Die Serie beginnt mit einem Autounfall. Jason Isaacs (Der offensichtlich Stammnebendarsteller bei den von mir ignorierten Harry Potter-Filmen war) und seine Frau überleben den Unfall, Ihr jugendlicher Sohn stirbt. Wir sehen seinen Alltag, er ist Polizist, und geht zu Therapiesitzungen. Das ist zunächst etwas langweilig. Allerdings: Wenn er morgens aufwacht, findet er sich in einer Welt wieder, in der seine Frau starb und sein Sohn am Leben ist. Nach der nächsten Nacht ist es wieder die erste Variante, und so weiter.
So befindet sich unser Hauptheld in zwei getrennten Welten, mit jeweils anderen Psychotherapeuten, Partnern auf Arbeit und einem anderen Person zu Hause. Mittels dezenter Kamerafarbfilter sieht man stets, in welcher Welt er gerade ist. So gibt es blau-grüne Welt mit Sohn und eine orange-rote Welt mit Frau.
Da das noch nicht verwirrend genug ist, sind die zwei verschiedenen Fälle, die er als Polizist bearbeitet, irgendwie miteinander verwoben.

Diese Kombination sorgt für ein angenehmes Maß an Komplexität in der Pilotfolge. Man muss ein wenig auspassen. Welche Realität ist es gerade? War dieser Hinweis in diesem oder in dem anderen Fall?

Ich bin gespannt, wie die Serie weitergeht. Ich befürchte, dass auf Dauer, ohne den Initialen Überraschungseffekt, der Unterhaltungswert auf der Strecke bleiben wird. Vermutlich wird es sich – passender auch für die Sehgewohnheiten des Publikums – zu einer weiteren prozedurale Krimalfallserie entwickeln, mit ein wenig surrealler Rahmenhandlung. Aber der Pilot hat Spaß gemacht.
Ob und wann die Serie nach Deutschland findet, konnte ich allerdings noch nicht herausbekommen.