Awake

Nach dem quälenden Touch jetzt eine Pilotfolge, die ich wirklich gern geschaut habe: Awake hat eine recht verwandte Basisgeschichte, geht aber in eine ganz andere Richtung.
Warnender Hinweis: Zu Wissen, worum es in der Serie geht, nimmt dem Pilotschauen die größten WTF?!?-Momente. Also seid entweder vergesslich oder lest nicht weiter.

Die Serie beginnt mit einem Autounfall. Jason Isaacs (Der offensichtlich Stammnebendarsteller bei den von mir ignorierten Harry Potter-Filmen war) und seine Frau überleben den Unfall, Ihr jugendlicher Sohn stirbt. Wir sehen seinen Alltag, er ist Polizist, und geht zu Therapiesitzungen. Das ist zunächst etwas langweilig. Allerdings: Wenn er morgens aufwacht, findet er sich in einer Welt wieder, in der seine Frau starb und sein Sohn am Leben ist. Nach der nächsten Nacht ist es wieder die erste Variante, und so weiter.
So befindet sich unser Hauptheld in zwei getrennten Welten, mit jeweils anderen Psychotherapeuten, Partnern auf Arbeit und einem anderen Person zu Hause. Mittels dezenter Kamerafarbfilter sieht man stets, in welcher Welt er gerade ist. So gibt es blau-grüne Welt mit Sohn und eine orange-rote Welt mit Frau.
Da das noch nicht verwirrend genug ist, sind die zwei verschiedenen Fälle, die er als Polizist bearbeitet, irgendwie miteinander verwoben.

Diese Kombination sorgt für ein angenehmes Maß an Komplexität in der Pilotfolge. Man muss ein wenig auspassen. Welche Realität ist es gerade? War dieser Hinweis in diesem oder in dem anderen Fall?

Ich bin gespannt, wie die Serie weitergeht. Ich befürchte, dass auf Dauer, ohne den Initialen Überraschungseffekt, der Unterhaltungswert auf der Strecke bleiben wird. Vermutlich wird es sich – passender auch für die Sehgewohnheiten des Publikums – zu einer weiteren prozedurale Krimalfallserie entwickeln, mit ein wenig surrealler Rahmenhandlung. Aber der Pilot hat Spaß gemacht.
Ob und wann die Serie nach Deutschland findet, konnte ich allerdings noch nicht herausbekommen.

Charlie Harper-freie Suche

Gestern ist hier etwas denkwürdiges geschehen:

In den letzten fünf Suchbegriffen war nicht nur große Abwechslung, sondern vor allem kein einziger, der nach Bier und/oder Charlie Harper gesucht hat. Ich bin glücklich bis schockiert. Das könnte das erste Mal seit dem schicksalsträchtigen Artikel von Horst sein, dass die Suche radebergerfrei ist.

Touch

Ende Januar sah ich die Pilotfolge für die neue Kiefer Sutherland-Serie Touch. Jetzt kam der Pilot auch im deutschen Fernsehen, und die Serie wird jetzt bald mit regelmäßigen Folgen starten. Ich habe eine Idee, wozu die lange Pause zwischen Pilot und Serienstart gedacht war: Um das Publikum vergessen zu lassen, wie unsäglich schlecht die Pilotfolge war.

Story der übernatürlichen Peinlichkeit: Kiefer Sutherland ist ein Flughafenangestellter, dessen Frau verstorben ist, was dazu führte, dass sein Sohn sehr sehr schweigsam wurde.
Im Laufe des Piloten stellt sich heraus, dass der Sohn nicht einfach nur leise ist, sondern ein übernatürlich begabtes Mediumwesen ist – daher der Serientitel. Mittels wilder Zahlenmagie (und überraschend vielen Mobiltelefonen) kann der Junge nämlich quasi den Lauf der ganzen Welt vorhersehen, was total praktisch ist, da es Herrn Sutherland hilft, heroisch Menschenleben zu retten. Und dabei wieder eine Beziehung zu seinem Sohn aufzubauen.

Und das ist ganz fürchterlich anzusehen. Die Pilothandlung ist vorhersehbar und gänzlich überraschungsfrei. Es ist ein wenig so, als würde ein Zauberer triumphierend ein Kaninchen aus dem Zylinder zaubern, nachdem er dem Publikum gezeigt hat, wie er den Nager in den Hut steckt.
Das Thema, dass alle mit allen in irgendeiner Weise verbunden sind (was der stille Sohn weiß und mit Zahlen ausdrückt), mag zwar reizvoll klingen, ist aber gänzlich reizlos umgesetzt, da man zum Beginn jeder Szene schon ganz gut weiß, wie sich die nächste Verbindung herausstellen wird.
Wobei die ständige Beschäftigung mit dem Zahlenmystikmist vielleicht nicht ganz schlecht ist, da die andere Ebene des Ganzen – Vater-Sohn-Beziehung, Umgang mit dem Tod der Ehefrau/Mutter – so uninspirierend ist, als ob das Template für “Serie mit Witwer” verwendet wurde.

Wenn also am 22. März Folge 1 läuft (Am 26. auf ProSieben) braucht Kiefer Sutherland gar nicht auf mich zu zählen.

Revenge

Ein im Herbst gestartetes Fernsehseriendrama ist Revenge, läuft seit September auf ABC und scheint erfolgreich genug zu sein, um weiter produziert zu werden. Geschrieben ist das ganze von Mike Kelley, der vorher einzelne Folgen O.C. und Providence geschrieben und produziert hat – und mit Revenge seine erste komplette Serie ausgedacht hat.

Der Inhalt ist einfach erzählt: Die kleine Amanda Clark wohnte mit ihrem Vater in einer sorgenfreien Welt in den Hamptons auf Long Island. Doch plötzlich plötzlich entspann sich eine Intrige, die ihren Vater als Terrorist beschuldigte und ihn ins Gefängnis und in Folge in den frühen Tod trieb. Die kleine Amanda verbrachte die folgenden Jahre in einer rauen Jugendstrafanstalt. Sie nutzte die Zeit, um einen genauen Racheplan auszuarbeiten. Um es für die zukünftigen Opfer und die Zuschauer etwas schwieriger zu machen, tauschte sie Namen und Identität mit einer Mitinsassin und so wurde aus der des Vaters beraubten Amanda Clark zu rachesuchende Emily Thorne, die zurück in ihr altes Haus in die Hamptons zieht, um mal richtig aufzuräumen.

Das klingt alles sehr nach Graf von Montechristo meets Kill Bill. Um es ein wenig zeitgemäßer zu gestalten werden noch ein paar gleichaltrige Spielgefährten für die Rächerin auf die Insel geworfen. Diese haben aber relativ wenig mit ihrer to-kill-Liste zu tun. Diese Liste besteht nämlich zunächst aus der etwas gealterterten High Society der Hamptons – angeführt von einer etwas in die Jahre gekommenen Madeleine Stowe, die vor Intrigantität (ja, das ist das einzig passende Wort) kaum laufen kann. Und so vergeht Folge um Folge und irgendwer stirbt, der mal entfernt mit der Inhaftierung von Papa Clark zu tun hatte.

Ansich könnte das eine wirklich spaßige Serie sein. Allerdings kommt der Spaß bei mir aus mehreren Gründen nicht so recht an.
Zunächst: Der Graf von Montechristo ist ein cooler Typ. Ohne Frage. Die namenlose Uma Thurman in Kill Bill? Keine Diskussion. Doch die rachesuchende Emily Thorne (Emily VanCamp aus Everwood) ist einfach langweilig. Sie wirkt weder sonderlich böse noch irgendwie attraktiv oder interessant. Im Vergleich kommt die fernsehfilmgestählte Madeleine Stowe als mitreißende Charakterdarstellerin rüber. Der Rest des casts steht in Farblosigkeit kaum nach.
Um dieses Defizit auszugleichen wird in Revenge ein Stilmittel angewandt, was man am besten aus mexikanischen Telenovelas kennt – man lässt die Darsteller von bösen Charakteren einfach mal jeden Satz wie ein Bösewicht aus Austin Powers aussprechen. Und so wird jede Wortmeldung von Frau Stowe zu einer immer gleichen Abfolge von “vielsagenden Starren – ganz langsames Aussprechen eines Satzes – vielsagendes Starren – böses Grinsen”. Das gleiche für alle Leute der Serie, die etwas Böses im Schilde führen. So weiß der handlungsherausgeforderte Zuschauer immer ganz genau, wann er denken soll, “Hui, die ist aber böse!”. Dieser Stil sorgte bei mir die ersten fünf bis zehn Mal für unfreiwillige Komik, mit der Zeit nutzt sich dieser Effekt allerdings ab. Passend dazu wird allzu überdramatische Hintergundmusik eingesetzt, um zu verdeutlichen, was Sache ist.

Auch bei der weiteren Handlung soll der Zuschauer nicht überfordert werden, größere Überraschungen spart man sich lieber. Jede Folge ist nicht viel mehr als Abfolge von statisch wirkenden Dialogszenen, unterlegt mit mysteriös aufwühlender Musik. Allerding bin ich überzeugt, dass man diese Serie auch ohne Ton schauen kann und dennoch 75 % der Dialoge deuten kann.

Um die Sache abzurunden, gibt es zum Ende jeder Episode noch einen zusammenfassenden bis philosophischen Off-Kommentar der Hauptheldin. Als überzeugter Abschluss-Off-Kommentar-Hasser ist das für mich der finale Dealbreaker – wenn ich mir nach einer vorhersagbaren und vollkommen übererklärten Episode noch mal von einer Stimme aus dem Off erklären lassen muss, was ich die letzten 40 Minuten passiert ist und was das für mich zu bedeuten hat, mag ich eine Serie nich.

Deshalb ist Revenge für mich eine hübsch bebilderte Montechristo-Variante mit langweiligen Leuten, die mich nach keiner Folge mit Vorfreude auf die nächste Woche zurücklässt. Alles wirkt wie die Hochglanzvariante eines sehr günstigen Fernsehfilms.

Charlie Harper ist tot

Ich weiß, dass 98,5 % von Euch von Google hier her gekommen sind, um das letzte große Rätsel der Menschheit zu lösen: Welches Bier trinkt Charlie Harper?
Deswegen möchte ich Euch die schlechte Nachricht ganz einfach und schonungslos mitteilen:

Charlie Harper ist tot. Er trinkt gar kein Bier mehr. Nie wieder.

Und wenn ich die erste Suchanfrage nach den Lieblingsgetränken von Walden Schmidt sehe, weine ich.

Charlie Harper’s Hemden

Da leg ich doch gleich mal einen nach. Ein besonderes Markenzeichen ist wohl seine schier unendliche Anzahl an Bowlinghemden. Und man kann sie tatsächlich käuflich erwerben. http://www.charlieharpershirts.com/homepage.html

Sehen dem orginal zumindest sehr ähnlich. Da werd ich im neuen Jahr wohl mal ne Bestellung aufgeben. Wenn einer noch die (kurzen) Charlie Harper Hosen findet, mal melden bitte.

Welche Schuhe trägt Chuck Bartowski?

Ich bin ja noch immer schockiert, wie viele Suchanfragen hier nach der bevorzugten Biersorte von Charlie Harper eintreffen. Zwar hält der Wikipedia-Artikel über die Radeberger Brauerei noch den ersten Platz bei der entsprechenden Anfrage, aber der aufklärende Artikel von Horst behauptet einen dritten Platz.

Es scheint also ein reges Interesse an den gedachten Lebensumständen einer fiktiven Person aus einer Fernsehserie zu geben. Da hab ich mir gedacht, da machen wir doch eine Serie daraus. „Interessante“ Fakten über die Haupthelden wiederkehrender filmischer Werke. Und ich beginne mit dieser brennenden Frage:

Welche Schuhe trägt Chuck Bartowski?

Die Antwort ist nämlich ganz naheliegend: Es sind Chucks. Ha!

My Name Is Earl

Ich habe habe ja ständig das Gefühl, mir gingen die Serien aus. Deswegen freue ich mich immer, eine (für mich) neue Serie auszuprobieren. Das kann mal mehr, mal weniger gut ausgehen.

Das aktuelle Testobjekt ist „My Name Is Earl“, bei der ich mittlerweile eine gute Hälfte der ersten Staffel gesehen habe. Zunächst fallen alte Bekannte auf: Jason Lee (Vanilla Sky, verschiedene Kevin-Smith-Filme) und Ethan Suplee (American History X, Butterfly Effect, verschiedenste Kevin-Smith-Filme) stellen Earl und seinen Bruder Randy dar.

Die Story des ganzen ist einfach erklärt: Earl ist ein Kleinkrimineller, der beschließt, zukünftig nur noch gute Dinge zu tun. Dazu schreibt er eine Liste der schlechten Dinge, die er bisher gemacht hat, um sie Punkt für Punkt wieder gut zu machen. Diese Story diktiert natürlich den Inhalt der einzelnen Folgen: In jeder Episode werden ein oder zwei Listenpunkte von Earl angegangen. Diese formale Verbindlichkeit ist recht ungewöhnlich für eine Sitcom, erinnert an Brian Fullers gute und schlechte Serien über tote Menschen. Dieses Vorgehen gestaltet es einfach, die Serie zu überschauen, nervt aber nach einigen Folgen ein bisschen, weil es so vorhersehbar wie eine Folge House ist.

Den meisten Charm hat MNIE durch den konsequent durchgezogenen white-trash-style, man lebt im trailer und fährt El Camino, spricht den Akzent der Verlierer des Sezessionskrieges. In Kombination mit dem Umstand, dass ich Earl und Randy recht uneingeschränkt sympathisch finde, werde ich nach der ersten wohl auch die restlichen Staffeln schauen wollen.