Moderner Dreikampf

los tres browsares

Mit einem Netbook verbringt man ja, wie der Name schon vermuten lässt, viel Zeit im Netz. Dazu braucht man natürlich einen Browser. Ich kann mich seit längerer Zeit nicht entscheiden, welcher nun der Browser meiner Wahl ist.

Fangen wir mit dem offensichtlichsten an: Mozilla Firefox. Dieser hat den Vorteil, dass fast alle Seiten für ihn optimiert sind, man findet kaum mal eine Seite, die im Feuerfuchs nicht geht oder häßlich ist. Außerdem natürlich gibt eine Fantastillion an Addons, die dem Browser von essentiellen über praktischen bis hin zu sinnlosen Features beibringen. Vor allem beim Netbook für mich wichtig: Google Gears geht.
Dafür hat der Firefox ein Riesenproblem: Er ist unglaublich langsam. Sowohl der Start des Browsers als auch das Seitenrendern dauert wesentlich länger als bei seinen Konkurenten. Auch mein Versuch, ihn „nackig“ ohne Addons zu benutzen, zeigte: lahm.

Genau in diesem Bereich punktet sein alter Rivale Opera. Blitzeschnell im Seitenaufbau und seit Version 10 mit dem wunderbaren Turbo gesegnet, hängt er den Mozillabrowser ab. Gerade der Turbo rettet den Tag, wenn man via 3g im Netz ist und trotzdem Bilder sehen möchte. Dafür kann ich mich nicht an ein paar Bedienungsdetails gewöhnen, zum Beispiel fehlt mir der gwohnte Strg+Klick zum öffnen einer Seite in einem neuen Tab.
Außerdem scheint die freundlichen Jungs und Mädels von Google den Opera nicht so zu mögen, einige der Applikationen funktionien im Opera nur schlecht oder gar nicht. Und Gears gibt’s auch nicht für den Linuxopera.

Verwirrenderweise gibt es auch kein Gears für Chromium auf Linux. Die verschiedenen Webapps laufen im familieneigenen Browser sauber, aber auf offline muss man verzichten. Chromiums Charme liegt für mich im minimalistischen Aufbau und der Geschwindigkeit. Da er kaum besondere Features hat, ist er entsprechend schlank und leicht. Mittlerweile gibt es sogar einige sinnvolle Extensions, die das Leben schöner machen.

Irgendwie passen mir alle drei nicht so recht. Ich hätte gern einen Chromium mit dem Turbo aus Opera und dazu Gears. Und natürlich mit dem Addon-Angebot des Firefox. So, wer macht das schnell mal?

Alles wieder gut in Gimpistan

Ich gehörte ja auch zu den Gimp-Benutzern, die bitterlich über das drohende Einzelfensterlayout von Gimp 2.8 geweint haben. Offensichtlich war die Sorge umsonst – der Einzelfenstermodus wird eine Option darstellen. Das ist ja die optimale Variante – plötzlich freue ich mich sehr auf 2.8. Und ich bin sehr gespannt auf die „Polaroid-Overlays“, unter denen ich mir so recht noch gar nichts vorstellen kann.

Opera Button Generator

Wer zu vergesslich für Tastaturkürzel ist, und zu grobmotorisch für Mausgesten, braucht Buttons. Im von mir bejubelten Opera lassen sich alle möglichen Buttons selbst bauen.

opera_button_generator

Und das geht ganz einfach mit dem Opera Button Generator – man sucht sich die gewünschte Aktion und das passende Icon aus Listen aus, klickt auf „Create Button“ und schon kann man den neuen Knopf drag’en und in den Browser drop’en. Die toughen Leute schreiben natürlich trotzdem per Hand.

Praktische Nautilus-Scripte

Der Nautilus-Dateimanager bietet die Möglichkeit, eigene Scripte per Rechtsklick verfügbar zu machen. So spart man sich oft ein paar Klicks oder den Gang zum Terminal.
Bei meinem zuhause-ubuntu habe ich mir Scripte hinterlegt, die mir den Alltag oft erleichtern:

Send To gDoc

Wer kennt das nicht: Man sitzt zuhause und schreibt an irgend einem Dokument – und muss schnell los. Um das Dokument mitzunehmen, sucht man üblicherweise nach einem USB-Stick oder schickt sich selbt eine Mail. Da ich meine USB-Sticks immer verlegt habe, scheidet Variante eins aus – und Variante zwei ist mir zu schizophren.
Das Script „Send To gDoc“ hilft hier weiter: Rechtsklick auf die Datei, auswählen – und nach Eingabe von Benutzernamen und Passwort findet man das Dokument bei den eigenen Google Documents, wo man es weiterbearbeiten kann.

Send To gDoc

Das Script kann man sich bei Google herunterladen.

File Split / File Merge

Keine Überraschung – Die beiden Scripte machen genau das, wonach es klingt: Dateien teilen oder zusammenfügen. Das war zwar ein größeres Thema, als noch alles auf 1,44-MB-Disketten passen musste, aber auch heute gibt es manchmal Platzprobleme. Zum Beispiel, wenn man eine Anlage an jemanden mailt, dessen Mailanbieter Anlagen nur bis 2 MB erlaubt. So was gibt es tatsächlich noch!
Die File Split / File Merge gibt es im ubuntuusers-Wiki.

Open Terminal Here

Man ist im Nautilus unterwegs und will in genau dem aktuellen Ordner einen Terminal haben? Open Terminal Here.
Das Script gibt’s bei den g-scripts auf sourceforge.

Screenshot 5 sec

Blöderweise gehen bei ubuntu (oder liegts an gnome?) keine Screenshots von geöffneten Menüs mit der [Druck]-Taste. Man hilft sich dabei am besten, indem man zeitverögerte Screenshots benutzt. Dafür gibt es das schlanke scrot, das dieses von der Kommandozeile aus erledigt. Für mehr Komfort habe ich mir ein Script gebastelt, das einfach nur scrot aufruft, ihm mitgibt, dass ich nach fünf Sekunden einen Screenshot will – und dass er auf dem Desktop abgelegt werden soll.

Schlechte Nachricht für GIMP-Traditionalisten?

Für mich ziehen gerade dunkle Wolken über Gimpistan auf: Es grüchtet, dass die Version 2.8 in einem einzelnen Fenster laufen soll. Das mag zwar für den Photoshop- und Paintnutzer eine selbstverständliche Sache sein, aber mich erfüllt es mit großer Sorge.
Ich habe zwei Bildschirme und mich daran gewöhnt, dass auf Bildschirm Nummer eins das Bild ist, auf Bildschirm Nummer zwei tummeln sich die verschiedenen Menüfenster. Und das will man mir nehmen?
Ich hoffe doch, dass ewig gestrige GIMP-Nutzer wie ich einen „classic-mode“ einschalten können, bei dem der GIMP wieder aussieht, wie ich ihn mag…

Ade, stolzer Donnervogel

Ciao Thunderbird

Jahrelang war ich begeisterter Thunderbird-Nutzer. Ich hatte meine Mails, Termine und Feeds auch offline zur Verfügung und alles ist schöner als in Outlook.
Jetzt ist mir aufgefallen, dass ich schon seit Monaten keinen Thunderbird mehr benutzt habe. Der Grund dafür hat einen Namen: Google.
Mit Google Gears lassen sich gMail, Reader und co. auch offline nutzen – wie im Thunderbird. Und den fehlenden Komfort hat Google mit drag’n’drop in gMail vor einiger Zeit auch nachgerüstet. Also entfiel für mich der Grund, Thunderbird zu verwenden. Gerne verzichte ich auf das Spiel „Thunderbird wurde aktualisiert, welche Add-ons gehen jetzt noch?“.
Irgendwie schade. Denn über die Jahre habe ich den Donnervogel echt liebgewonnen. Vielleicht macht ja seine Reinkarnation Spicebird unsere Beziehung wieder würziger, den probier‘ ich mal aus.

Easy Peasy 1.5RC1

Kurz vor meinem Urlaub hab ich mir gestern mal so gedacht, könnt ich ja mein EEE mal wieder auf vordermann bringen. Relativ schnell war ich mal wieder auf der Easy Peasy Seite um zu schauen, obs mal wieder ne neue Version gibt. Aber leider nix. Mehr durch Zufall bin ich dann aber doch auf was Interessantes gestoßen. Im Easy Peasy Wiki gibts n Artikel zu Easy Peasy 1.5RC1. Das interessanteste an Version 1.5 ist wohl, dass es erstmals auf Ubuntu 9.04 aufbaut. Okay das muss ich haben. Als erstes hab ich versucht, das beschriebene Upgrade zu machen. Das Ergebnis war, dass gar nix mehr ging. Na gut. Dann net.  Also das Image runtergeladen, mittels UnetBootin auf den USB-Stick geworfen und ab dafür.

Denkste. Es hat Ewigkeiten gedauert bis ich überhaupt zur Auswahl kam, ob ich es als Live-System ausprobieren will oder direkt installieren. Egal wie die Wahl ausfiel, danach kam nix mehr. Ich hab festgestellt, dass das runtergeladene Image ein iso.img is. Okay .img weggemacht und nochmal auf den Stick. Danach ging auch alles gewohnt schnell. Die Installation dauerte ungefähr 30-45 Minuten. Der erste Start war erstaunlich schnell (Gefühlte 17-19 Sekunden). Musst ich doch gleich n bißgen schmunzeln und werd den weißen Hasen diese Woche wohl nochmal zu einem Netbook-Boot-Rennen auffordern. Aber danach wars auch schon wieder vorbei mit der Freude. Bereits bei meinem letzten Versuch Ubuntu 9.04 zu installieren, hatte ich Probleme mit dem WLan. Und auch diesmal kam es so. Er hat mein verstecktes WLAN erkannt, Schlüssel eingeben, rödel rödel rödel, erneute Passworteingabe. Ich kam einfach net rein. Mal n bißgen im Internet suchen dacht ich mir so. War aber gar net so einfach. Es gab zwar viele die das gleiche Problem hatten, aber keiner ne ordentliche Lösung. Erst abends gegen 10 vor zwölf kam der entscheidende Hinweis. Der Network-Manager von Ubuntu hat wohl Probleme mit WLAN’s die auf WPA/WPA2 mix eingestellt sind. Okay sollte man wirklich mal wissen. Also läuft mein WLAN jetzt alleine auf WPA 2 und mein Netbook auf Easy Peasy 1.5RC1.

Es ist tatsächlich stabiler und schneller. Einige Verbesserungen im Design gibt es auch. Und Easy Peasy entfernt sich immer weiter von Ubuntu. Mittlerweil ist die Startseite vom Firefox nicht mehr die Ubuntu Seite sondern eine eigene Easy Peasy Seite. Nächste Woche versuch ich dann ob der Surf Stick auch noch mitspielt.

Platz schaffen

Das schöne an Netbooks ist, dass sie so klein sind.
Das unschöne an Netbooks ist, dass sie so klein sind. Auf einem kleinen Bildschirm mit passend kleiner Auflösung wird der Platz nämlich schnell knapp. Bei mir ist es ein 9-Zoll Display mit 1024×600 Auflösung. Mit den 1024 kann ich sehr gut leben, die 600 sind schon schwieriger.
Daher versuch man vertikale Pixel zu sparen, wo es nur geht.
Bei den Browsern meiner Wahl gibt es dafür elegante Lösungen.

Mozilla Firefox

Zunächst weg mit der Lesezeichen-Symbolleiste. Die brauche ich nicht, wenn die begabte Adresszeile meine Favoriten durchsucht. Dieses Feature scheint übrigens einige User vom update auf Firefox 3.X abzuhalten.

Als nächsten muss die Menüleiste dran glauben. Die benutze ich viel zu selten, als dass sie immer da sein müsste. Mit dem Add-on Tiny Menu versteckt sich das Menü hinter einem Button. Dann noch alles aus der Navigantionsleiste in die (jetzt leere) Menüleiste verschieben, die Navigationsleiste ausblenden: Fertig ist der platzsparende Firefox.

Schlanker Firefox

Opera

Im Opera lässt sich die Menüleiste auch hinter einem Button verstecken. Im Opera-Wiki gibt es Menü-Buttons, die sich per drag’n’drop in die Navigationsleiste ziehen lassen. Um dann noch die nicht mehr benötigte Menüleiste auszublenden, sucht man in opera:config nach „show menu“ und nimmt das entsprechende Häkchen weg.

So erhält man einen sehr schlanken Opera.

Schlanker Opera

Ausprobiert: Jahshaka

jahshaka

Für eine DVD wollte ich eine kleine Animation bauen, die eine Diashow einleitet. Nach längerem Suchen nach einem geeigneten Tool habe ich im (ausgesprochen empfehlenswerten)  Meet the Gimp-Podcast Jahshaka in Aktion gesehen – das wirkte, als ob es genau das macht, was ich vorhabe. Und der Name klingt super.

Nach mehreren erfolglosen Versuchen, Jahshaka unter ubuntu (jaunty 64 bit) zu installieren, gab ich das auf und installierte es grollend unter Windows. Das Handling lässt sich am besten mit „gewöhnungsbedürftig“ beschreiben. Einige Teile wirken auch ziemlich buggy – so hat eine Minute nur noch 25 Sekunden, wenn man das Format auf PAL-D1 stellt.

Aber dem zum Trotz habe ich dann meine Animation zusammengebasteln und gerendert. Um sie als Video zu exportieren, klickte ich auf die Editing-Ansicht und – Jahshaka war weg. Einfach so weg. Keine Fehlermeldung, keine Warnung – weg!

Das habe ich gefühlte 20-mal nachgestellt, ich hab es einfach nicht geschafft, als Video zu exportieren. Alles was ich erzeugt habe, ist eine lange Reihe von .bmp-Dateien. Meh.

Die hab ich dann mit VirtualDub zu einem Video konvertiert, unterm Strich hatte ich also das, was ich wollte. Aber der Weg dorthin…

Ich habe leider keine sinnvollen Alternativen zu Jahshaka gefunden, vielleicht nehme ich mir ja mal ein Jahr Zeit, um mich in Blender einzuarbeiten… Aber Jahshaka wird nicht mein Freund. Ich hoffe, das Nachfolgeprojekt CineFX setzt die gute Idee besser um.

O10

Opera 10 ist herausgekommen und nach dem ersten probieren muss ich echt sagen: Hui, der ist schnell. Auf jeden Fall fühlt er sich schnell an. Ich nehme an, in der nächsten Zeit werden viele, viele Vergleichtest feststellen, wie schnell er ist. Gefühlsmäßig für mich auf dem chrome-Level.

Ein nettes Feature, das ich noch nicht kannte (oder das neu ist?): Die Tableiste gibt’s jetzt auch links oder rechts – in Form von Vorschaubilder der offenen Seiten. Sieht hübsch aus – und macht auf einem Widescreen richtig Sinn!