Geschaute Herbstserien, Teil I

Zeit für einen Zwischenstand zu all den Serien, die ich mir vorgenommen hatte. Sieben von 25 sind erstbeguckt…

666 Park Avenue (ABC)
(Pilot gesehen)
Die Serie sieht nicht sonderlich gut aus, die Hauptdarsteller sind unangenehm farblos, die soften Gruselmomente wirken fremdartig ausgesetzt, die Kameraeinstellungen sind zu gewollt cinematisch. Wird nicht weitergeguckt, obwohl es nicht richtig übel ist.

Animal Practice (NBC)
(Pilot gesehen)
Die schlimmsten 22 Minuten des Fernsehherbsts. Ganz ganz ganz schlimm. Wirklich.

Ben and Kate (Fox)
(Pilot gesehen)
War ganz OK. Nicht, was worauf ich mich jede Woche freuen würde, aber falls man 20 Minuten rumbringen möchte und sonst nix findet, ganz passabel.

Go On (NBC)
(Drei oder vier Folgen gesehen)
Bisher mein Favorit des Herbsts, nach dem etwas abgedroschen-bemüten Piloten wird die Serie sehr angenehm zu schauen, die Darsteller haben ein gutes Maß an Schrulligkeit, um weder in die Langeweile noch ins Nerven abzufallen.

Guys With Kids (NBC)
(Zwei Folgen gesehen)
Ist nicht ganz so schlimm, wie ich annahm. Tatsächlich sind ein paar Dialoge ganz witzig – allerdings spielt das so gut wie keine Rolle, da diese in einer schlimm stereotypen SitCom stecken, die an Uninspiriertheit kaum zu übertreffen ist.

The New Normal (NBC)
(Drei Folgen gesehen)
Plus: Zeigt für einen großen Sender und eine prime timige Serie endlich unverkrampft eine homesexuelle Beziehung. Minus: DIe Serie ist schrecklich klischeeig und jede Folge teilt mit lehrerhafter Attitüde mit, was man denn diese Woche gelernt hat.

Revolution (NBC)
(Zwei Folgen gesehen)
Hunger Games meets Flash Forward meets Game of Thrones meets Lord of the RIngs meets Fallout meets was auch immer gerade gut geht. Die Serie stiehlt sich schonungslos die eigene Identität zusammen, ist aber unterm Strich anschaubar. Vollkommen unpassend finde ich die offenbar obligatorischen choreografierten Kampfszenen, die der dem eigentlich sehr weiten Handlungsbogen etwas sehr prozedurales verleihen.

Herbstzeit, Fernsehserienzeit

Alle Jahre wieder startet im Herbst die US-Seriensaison. Ich habe mir mal angeschaut, was dieses Mal an neuen Serien dabei ist, grob rausgesiebt, wovon mir schon beim Lesen der Beschreibung schlecht wurde und den Rest in eine Liste gepackt. Und hier sind die 25 Serien, von denen ich zumindest versuchen werde, den Piloten zu sehen – und da sind schon jede Menge Sachen dabei, die echt schlimm aussehen… Aber für die Wissenschaft gehe ich auch dahin, wo’s wehtut.

666 Park Avenue (ABC)
Jemand hat Devil’s Advocat geschaut und gedacht, ach, eine schöne Wohnung, die man in NYC vom Teufel bekommt, da sollte man mal eine Serie draus machen. Sieht ziemlich übel aus, aber versuchen kann man es ja mal. Nur am Rande, seit Reaper finde ich, dass Satan immer von Ray Wise gespielt werden sollte. Und auch, dass Ray Wise ausschließlich in diese Rolle besetzt werden sollte.

Animal Practice (NBC)

Das sieht nach nem Flop aus, aber es enthält Justin Kirk aus Weeds als die Veterinärvariante von House. Und eine Suizidkatze. Ich freu mich drauf!

Arrow (CW)

Das hat das Potential zum Superfremdschämen! Eine verschwundener Milliardär wird zum ernsthaft maskierten Rächer mit Pfeil und Bogen. Hach das wird wehtun!

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Downton Abbey

Downton Abbey sollte mir eigentlich gar nicht gefallen. Ein britisches, historisches Gesellschaftsdrama, dass fast theaterstückartig mit einem Ensemble auf relativ kleinem Raum spielt. Aber irgendwie hat es mich nach wenigen Folgen echt gepackt, irritierenderweise bin ich gespannt, wie das Ganze weitergeht.

Das Setting ist schnell erklärt. England, Anfang des 20. Jahrhunderts. Downton Abbey ist der Stammsitz einer aristokratischen Familie. Durch den Untergang eines eines unsinkbaren Schiffes verliert die Familie die bislang angenommenen Erben des Jackpots und muss mit den mittelständigem Nächsten in der Erbfolge vorlieb nehmen.

So langweilig dass auch klingt, die Serie lebt für mich von dem ständigen, mir weitgehend unbekannten Spannungsfeld zwischen den verschiedenen Schichten der Stammsitzbewohner und des Personals. Ebenso wie es eine unsichtbare Rangliste unter den adeligen Abkömmlingen gibt, haben auch die (vielen!) Hausbeschäftigten eine feste Hackordnung.
Die feinen Unterschiede drücken sich in Sprache, Kleidung und völlig unsinnigem aber selbstverständlichem Verhalten aus.

Ich bin mir sicher, dass sich der Reiz recht schnell erschöpft, aber für ein paar Folgen kompletter Andersartigkeit zu den gewohnten US-Serien macht Downton Abbey schon Spaß.
Wie immer, allerdings bei dieser Serie besonders sinnvoll: Im Original gucken. Sprache, Dialekte, Akzente sind tatsächlich entscheidend für die Serie.