Herbstzeit, Fernsehserienzeit

Alle Jahre wieder startet im Herbst die US-Seriensaison. Ich habe mir mal angeschaut, was dieses Mal an neuen Serien dabei ist, grob rausgesiebt, wovon mir schon beim Lesen der Beschreibung schlecht wurde und den Rest in eine Liste gepackt. Und hier sind die 25 Serien, von denen ich zumindest versuchen werde, den Piloten zu sehen – und da sind schon jede Menge Sachen dabei, die echt schlimm aussehen… Aber für die Wissenschaft gehe ich auch dahin, wo’s wehtut.

666 Park Avenue (ABC)
Jemand hat Devil’s Advocat geschaut und gedacht, ach, eine schöne Wohnung, die man in NYC vom Teufel bekommt, da sollte man mal eine Serie draus machen. Sieht ziemlich übel aus, aber versuchen kann man es ja mal. Nur am Rande, seit Reaper finde ich, dass Satan immer von Ray Wise gespielt werden sollte. Und auch, dass Ray Wise ausschließlich in diese Rolle besetzt werden sollte.

Animal Practice (NBC)

Das sieht nach nem Flop aus, aber es enthält Justin Kirk aus Weeds als die Veterinärvariante von House. Und eine Suizidkatze. Ich freu mich drauf!

Arrow (CW)

Das hat das Potential zum Superfremdschämen! Eine verschwundener Milliardär wird zum ernsthaft maskierten Rächer mit Pfeil und Bogen. Hach das wird wehtun!

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Serien 11/12

Ich mag es sehr, neue Serien “auszuprobieren”. Bei den seit Herbst im US-Fernsehen gestarteten habe ich einige angetestet. Das reichte vom nur-den-Pilot-schauen bis zu ganzen Staffeln. Meine Eindrücke:

Awake
Kam als mid season replacement etwas später, hier meine Piloterfahrungen. Obwohl die Serie echt eine gute Grundidee und Ausführung hat, fehlt mir nacht drei Folgen die Motivation, weiterzuschauen. Schade eigentlich.

Noch konnte ich nichts zu einer Deutschlandausstrahlung finden.

Bent
Bäääh. Ganz langweilige rom com, da wirkte schon die Pilotfolge abgestanden. Ein chaotischer Handwerker fängt an, das Haus einer kontrollierten soccer mom umzubauen. Und sie hassen sich natürlich, weil sie ja ach so unterschiedlich sind. Man kann echt total gespannt sein, wie diese Story weitergeht. Gähn.

Eventuell bleibt Deutschland davon verschont, noch keine Infos zur Ausstrahlung hier gefunden.

Charlie’s Angels
Noch hirnloser als der zweite Film. Dafür nicht so gut produziert. War zu recht ein Riesenflop, der nach ein paar Folgen abgesetzt wurde.

Aber diese paar Folgen wird in Deutschland bei AXM im pay tv ab 17.05.2012 ausgestrahlt.

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Don’t Trust the Bitch in Appartment 23

Und mal wieder ist es Zeit für eine Pilotfolgenbesprechung… Diesmal nicht das übliche 40-Minuten-Drama, sondern eine 20-Minuten-Sitcom.
Die beschriebene bitch in appartment 23 ist die ünermüdliche Seriennebenrollendarstellerin Krystin Ritter, die es sich in der Serie zur Gewohnheit gemacht hat, WG-Mitbewohner in ihre Wohnung zu lassen, um sie dann so zu in den Wahnsinn zu treiben, dass die Mitbewohner aufgeben und eine wichtige Lektion über Vertrauen lernen.
Das passiert auch mit dem zuziehenden Landei, und den Piloten über darf man sich daran erfreuen, mit welchen skurrilen Methoden die Mietervertreibung durchgeführt wird.
Apropos skurril: Bis auf die langweilige zugezogene Hauptheldin sind alle Charaktere der Serie etwas sonderbar. Und der König von sonderbar ist “Dawson” *kreisch* James van der Beek, der sich selbst darstellt. Und das ist überraschend angenehm und sehr lustig.

Insgesamt waren die 20 initialen Minuten sehr unterhaltsam, allerdings befürchte ich, dass der Inhalt für viel mehr als eine Folge nicht reichen wird. Denn wenn bei der nächsten Folge dann Krystin Ritter übertrieben sonderbar und James van der Beek total selbstironisch ist, wird sicher der Überraschungseffekt fehlen.
Dennoch werde ich die Folge zwei anschauen. Die läuft nach etwas Pause dann 18. April in den USA. Über eine Deutschland-Ausstrahlung hab ich noch nichts gefunden.

Missing

Ich hab mal wieder einen Trailer für eine gerade gestartete Fernsehserie angeschaut, diesmal war es Missing. Das scheint ein recht beliebter Name zu sein, ich meine nämlich nicht den einen Film, den anderen Film oder gar die andere Serie mit gleichem Namen.
Das Missing, das ich meine gibt zunächst mit einem Halbstaraufgebot an – Ashley Judd und Sean Bean sind im Aufgebot.

Die Story klingt bekannt, aber theoretisch nicht schlecht. Ashley Judds Mann (= Sean Bean) stirbt angeblich mittels einer Autobombe. Zehn Jahre später geht der gemeinsame Sohn nach Italien, um dort zu studieren. Uuund verschwindet dort – das erklärt den Serientitel… Ashley Judd fliegt hinterher, um – ganz die protektive Mutter – nach dem Sohn zu suchen. Und damit das nicht eine Serie wird, in der eine Mutter von europäischen Einwohnermeldeamt zu Einwohnermeldeamt tingelt, ist sie eine ehemalige CIA-Agentin, die neben irren Kampfkunstkenntnissen auch noch ein intaktes Agentenhilfenetzwerk über Europa verteilt hat. Und natürlich versucht das CIA, sie einzufangen, während sie versucht, böse Söhneentführer einzufangen.

Es handelt sich also prinzipiell um eine Kombination aus Taken/96 Hours oder 24 mit Alias und der Bourne- Reihe. Könnte also eine wenig innovative, aber gut anzuschauende und kurzweilige Serie sein.

Könnte.

Ist aber nicht.

Überhaupt nicht.

Die Missing-Pilotfolge ist so was von schlecht. Und zwar so gut wie jeder Aspekt davon. Ashley Judds abwechselnde Darstellung der besorgten Mutter sowie der kaltblütigen CIA-Agentin sind in beiden Fällen so karikaturhaft übertrieben, dass es unfreiwillig komisch wirkt, sobald sie eine Dialogszene hat.
Zwar spielt die Serie auf dem papier an atemberaubenden Schauplätzen, allerdings glaube ich nach dem Piloten, dass keine einzige Minute außerhalb eines Studios in L.A. gedreht wurde. Manche Szenen sehen so green-screenig aus, als ob sie direkt aus einem 50er-Jahre-Film kämen.
Für die “atemberaubende” Verfolgungsjagd klaut sich die Hauptheldin eine 50-km/h-Vespa, die sich so entwickelnde slow motion-Szene wird dann dadurch dynamisiert, indem die Kameraführung wackelig wie ein Handyvideo ist.
Nur die Kampszenen gehen ganz in Ordnung, wenn gleich sie im Piloten mit über die Maßen übertriebenen swish-Geräuschen hinterlegt sind.

Mein Fazit:Eine schon oft gesehene Story wird ganz schlecht umgesetzt. Ab Folge zwei sucht Frau Judd bitte ohne mich weiter.

Missing läuft auf ABC, über eine Ausstrahlung in Deutschland hab ich noch nichts finden können.

Awake

Nach dem quälenden Touch jetzt eine Pilotfolge, die ich wirklich gern geschaut habe: Awake hat eine recht verwandte Basisgeschichte, geht aber in eine ganz andere Richtung.
Warnender Hinweis: Zu Wissen, worum es in der Serie geht, nimmt dem Pilotschauen die größten WTF?!?-Momente. Also seid entweder vergesslich oder lest nicht weiter.

Die Serie beginnt mit einem Autounfall. Jason Isaacs (Der offensichtlich Stammnebendarsteller bei den von mir ignorierten Harry Potter-Filmen war) und seine Frau überleben den Unfall, Ihr jugendlicher Sohn stirbt. Wir sehen seinen Alltag, er ist Polizist, und geht zu Therapiesitzungen. Das ist zunächst etwas langweilig. Allerdings: Wenn er morgens aufwacht, findet er sich in einer Welt wieder, in der seine Frau starb und sein Sohn am Leben ist. Nach der nächsten Nacht ist es wieder die erste Variante, und so weiter.
So befindet sich unser Hauptheld in zwei getrennten Welten, mit jeweils anderen Psychotherapeuten, Partnern auf Arbeit und einem anderen Person zu Hause. Mittels dezenter Kamerafarbfilter sieht man stets, in welcher Welt er gerade ist. So gibt es blau-grüne Welt mit Sohn und eine orange-rote Welt mit Frau.
Da das noch nicht verwirrend genug ist, sind die zwei verschiedenen Fälle, die er als Polizist bearbeitet, irgendwie miteinander verwoben.

Diese Kombination sorgt für ein angenehmes Maß an Komplexität in der Pilotfolge. Man muss ein wenig auspassen. Welche Realität ist es gerade? War dieser Hinweis in diesem oder in dem anderen Fall?

Ich bin gespannt, wie die Serie weitergeht. Ich befürchte, dass auf Dauer, ohne den Initialen Überraschungseffekt, der Unterhaltungswert auf der Strecke bleiben wird. Vermutlich wird es sich – passender auch für die Sehgewohnheiten des Publikums – zu einer weiteren prozedurale Krimalfallserie entwickeln, mit ein wenig surrealler Rahmenhandlung. Aber der Pilot hat Spaß gemacht.
Ob und wann die Serie nach Deutschland findet, konnte ich allerdings noch nicht herausbekommen.

Touch

Ende Januar sah ich die Pilotfolge für die neue Kiefer Sutherland-Serie Touch. Jetzt kam der Pilot auch im deutschen Fernsehen, und die Serie wird jetzt bald mit regelmäßigen Folgen starten. Ich habe eine Idee, wozu die lange Pause zwischen Pilot und Serienstart gedacht war: Um das Publikum vergessen zu lassen, wie unsäglich schlecht die Pilotfolge war.

Story der übernatürlichen Peinlichkeit: Kiefer Sutherland ist ein Flughafenangestellter, dessen Frau verstorben ist, was dazu führte, dass sein Sohn sehr sehr schweigsam wurde.
Im Laufe des Piloten stellt sich heraus, dass der Sohn nicht einfach nur leise ist, sondern ein übernatürlich begabtes Mediumwesen ist – daher der Serientitel. Mittels wilder Zahlenmagie (und überraschend vielen Mobiltelefonen) kann der Junge nämlich quasi den Lauf der ganzen Welt vorhersehen, was total praktisch ist, da es Herrn Sutherland hilft, heroisch Menschenleben zu retten. Und dabei wieder eine Beziehung zu seinem Sohn aufzubauen.

Und das ist ganz fürchterlich anzusehen. Die Pilothandlung ist vorhersehbar und gänzlich überraschungsfrei. Es ist ein wenig so, als würde ein Zauberer triumphierend ein Kaninchen aus dem Zylinder zaubern, nachdem er dem Publikum gezeigt hat, wie er den Nager in den Hut steckt.
Das Thema, dass alle mit allen in irgendeiner Weise verbunden sind (was der stille Sohn weiß und mit Zahlen ausdrückt), mag zwar reizvoll klingen, ist aber gänzlich reizlos umgesetzt, da man zum Beginn jeder Szene schon ganz gut weiß, wie sich die nächste Verbindung herausstellen wird.
Wobei die ständige Beschäftigung mit dem Zahlenmystikmist vielleicht nicht ganz schlecht ist, da die andere Ebene des Ganzen – Vater-Sohn-Beziehung, Umgang mit dem Tod der Ehefrau/Mutter – so uninspirierend ist, als ob das Template für “Serie mit Witwer” verwendet wurde.

Wenn also am 22. März Folge 1 läuft (Am 26. auf ProSieben) braucht Kiefer Sutherland gar nicht auf mich zu zählen.